Seit 1973 wird in Deutschland ein Deutscher Meister im Rollstuhlbasketball ausgespielt. Von den Wurzeln, die im legendären Bernd-Best-Turnier in Köln liegen, bis zur heutigen RBBL, die als eine der stärksten und attraktivsten Ligen der Welt gilt, war es ein weiter Weg.

Anfangs wurde die Deutsche Meisterschaft - ab 1973 - in Turnierform, zumeist im Rahmen des Bernd-Best-Turniers in Köln, ausgespielt. Es folgten die ersten Schritte hin zu einem Ligasystem, das 1979 startete und in einigen Spielzeiten sogar zweigleisig ausgetragen wurde, um den regionalen Entfernungen und um Leistungsunterschied der Mannschaften gerecht zu werden.

Der große Name des ersten Jahrzehnts ist zweifelsohne der USC München, doch die Konkurrenz reifte - vor allem beim RSC Frankfurt (den heutigen Mainhatten Skywheelers) und der BSG Duisburg. Lange Zeit führte kein Weg an diesen großen Drei vorbei.

In den 1980er Jahren konsolidierte sich die Bundesliga - an immer mehr Standorten wuchs Rollstuhlbasketball, und 1982 hielt mit dem RSC Hamburg erstmals ein Verein die Meisterschaft in Händen, der nicht zum Zirkel der „Großen Drei” gehörte.

1985 wurde neben der Meisterschaft erstmals ein Pokalwettbewerb ausgetragen. „Der Pokal hat eigene Gesetze”, lautet eine häufig zitierte Binsenweisheit, die aber für den neugegründeten DRS-Pokal Geltung behalten sollte: Den ersten Titel sicherte sich die RSG Koblenz, später folgte mit dem UBC Münster eine junge, aufstrebende Mannschaft in der Liste der der Pokalsieger. Doch zunächst ging der Pokal sieben Mal in Folge an eine deutsche Rollstuhlbasketball-Legende.

Ende der 1980er Jahre war der Stern einer Mannschaft aufgegangen, deren Spieler heute noch auf den Listen der „Jahrhundert-All-Stars” genannt werden. Um Wolfgang Schäfer, Adi Wiesnet, Bertl Schauberger und Co. hatte der USC München vielleicht die legendärste Mannschaft des deutschen Rollstuhlbasketballs geformt: Sieben Pokalsiege in Folge, neun Meisterschaften in 12 Jahren ist die stolze Bilanz dieses „Jahrhundert-Teams”.

Doch die Entwicklung zur heutigen RBBL hatte bereits begonnen: 1997 sicherte sich der RSC Osnabrück das Double und war der erste Verein, der in größeren Umfang nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Spieler mit semiprofessionellen Strukturen anlockte. 

An der Jahrtausendwende ging ein neuer Stern auf, der den Rollstuhlbasketball bis heute prägte: Mit dem RSV Lahn-Dill und den RSC-Rollis Zwickau (zuvor AS Zwickau) haben zwei professionelle Rollstuhlbasketball-Mannschaften den Sport auf ein neues Niveau gehoben und gemeinsam fast alle Titel bis zur Gegenwart abgeräumt. Zum "Konzert der Großen" gehört auch der ASV Bonn, der 1998 bis 2001 den aufkommenden Profiteams die Titel entriss, und schließlich die SG Heidelberg-Kirchheim, die 2003 im Schlussspurt einer packenden Saison den Meistercoup landetet.

Seitdem ist Wetzlar mit dem RSV Lahn-Dill der Mittelpunkt der Rollstuhlbasketball-Landkarte. Mit Stars wie Patrick Anderson, Joey Johnson und Michael Paye haben die Mittelhessen weltweit Strahlkraft erlangt und die nationalen Wettbewerbe dominiert. Nahezu ein Jahrzehnt regierten die Wetzlarer unangefochten, doch seit einigen Jahren hat die Konkurrenz angezogen. Alte Namen wie München, Frankfurt und zuletzt Hamburg wuchsen zu neuem Glanz, Traditionsvereine wie die Goldmann Dolphins Trier sind in der Spitze angekommen, und mit dem Aufstieg des Oettinger RSB Team Thüringen (2011) und der 1. FCK Rolling Devils (2014) hat möglicherweise die nächste Epoche gerade erst begonnen.