Pralinen versus Schokolade!!

17.11.2017 - News RBBL

Topspiel in der zweiten Bundesliga-Süd.

Halloween ist gerade vorbei, da heißt es schon wieder „Süßes oder Saures“. Zum Naschevent laden die Roller Bulls Ostbelgien nicht nur ihren Gegner, die Rolling Chocolate Heidelberg, sondern auch die Deutschsprachige Gemeinschaft, unter Führung des DG-Ministers für Soziales und Gesundheit, Herrn Antonios Antoniadis recht herzlich in das Sport- und Freizeitzentrum St.Vith ein. Spätestens beim Sprungball um 19:30 Uhr wird auf dem Spielfeld allerdings nur der Sport in den Vordergrund rollen. Die beiden bisher ungeschlagen Teams kämpfen um die alleinige Tabellenführung der Südliga und um ein Statement in Sachen Aufstieg zur ersten Bundesliga. Hier kommt es zum Duell der Topscorer, Nazif Comor vs Ralf Schwarz, oder 100 zu 99 Punkten. Auch dürfte Heidelbergs Trainerin Christa Weber, nach dem Pokalaus letzte Woche, ihre Schokostückchen entsprechend auf die Begegnung vorbereitet haben. Mit Mounir Moujoud (spielt beim Afrika-Cup die WM-Quali 2018) fehlt dem Bulls Coach Stefan Veithen allerdings ein Trüffelstück seiner Pralinen. Den zahlreichen Zuschauern dürfte in der Confiserie Ost-belgien das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Den Anschluss an das Mittelfeld werden die Sabres Ulm und die RSV Baskets Salzburg anpeilen. Für die Mozartstädter ist die kurze Anreise nach Ulm (nur 300 Km) ja fast ein Heimspiel. Beide Teams agierten bisher ausgeglichen und zuweilen unglücklich. Sollten beide Kader komplett sein, gibt es ein Spiel auf Messers Schneide. Bleibt abzuwarten, wer die schärfere Klinge führt und das Spielfeld als Sieger verlässt. In das Großherzogtum nach Luxemburg reisen am Sonntag die Lahn-Dill Shywheelers. Mit einem Punkteschnitt von 38 Punkten in der Offensive werden die Lux Rollers die Spielgemeinschaft von Lahn und Main wohl aber nicht vor große Problem stellen. David Arnold wird seine SG aber genau davor gewarnt haben und das Spiel nicht schon vorher als gewonnen notieren.

Der RSC Osnabrück pausiert an diesem Wochenende und muss dann dem ASV Bonn die alleinige Tabellenführung in der zweiten Bundesliga-Nord überlassen. Dazu müssen die Bonner aber erst noch ihr Spiel beim rheinischen Nachbarn den RBC Köln 99ers 2 gewinnen. Egal ob in Liga eins oder in Liga zwei gab es zwischen den Rheinländern immer spannende Spiele und oft auch einen Überraschungs-erfolg. Kommen Stergiopoulos und Kloss ins Rollen, wird der Bonner Korb glühen. Ebenso können Hoffmann und Becker dann die Kölner Reuse zu „Kölner Lichtern“ werden lassen. Freuen wir uns auf ein Basketball-Feuerwerk. Zum Gastspiel in das Gestüt Warendorf fahren die BG Baskets Hamburg 2. Hier müssen die „alten Rosse“ aus der Hansestadt die jungen Fohlen erst einmal bändigen. Da beide Trainer mit den Fuhrwerken viel Erfahrung haben, wird die Mischung zwischen wild und ungestüm und besonnener Droschkenfahrt spielbestimmend sein. Für beide Teams geht es um den ruhigen Platz im Mittelfeld der Liga. Für die Hot Rolling Bears aus Essen geht es am Sonntag bei Hannover United 2 schon um mehr als nur zwei Wertungspunkte. Bei einer Niederlage wird es langsam dunkel in der grünen Ruhrgebietsmetropole. Trainer Pungercar kann endlich aus dem Vollen schöpfen und ist guten Mutes, die wichtigen Zähler mit nach Hause zu nehmen. Diesen Gefallen wird der United-Nachwuchs den Bären aber nicht tun und ihrerseits den Weg ins Mittelfeld im Fokus haben. Leine gegen Ruhr, wer bleibt in der Spur?

Kommen wir nun im zweiten Teil der Vorberichte zur „First Division“ und damit auch gleich zum Spiel des Spieltages, RSB Thuringia Bulls vs BG Baskets Hamburg. Aber warum eigentlich? Ist nicht die Begegnung der Rhine River Rhinos Wiesbaden vs BSC Rollers Zwickau oder Baskets 96 Rahden vs RBB München Iguanas genau so ein „Game of the week“? Warum sollte nicht gerade das Aufeinandertreffen der RBC Köln 99ers vs Doneck Dolphins Trier das „Match of the day“ sein? Könnte die Schlagzeile nicht auch „Mr. Joe Bestwick vs German Wheelchair-Basketball Champion 2016/17“ lauten? Ja, kann und sollte es auch. Nach genau einem Drittel in der Hauptrunde zeigt sich die Beste und Stärkste Rollstuhlbasketball Liga genau so, wie wir weltweit gesehen werden. Langsam werden wir auch unseren eigenen Ansprüchen gerecht, aber das Ziel ist noch nicht erreicht und nur gemeinsam zu verwirklichen. Sorry, aber das musste gesagt werden, damit nicht jetzt schon wieder Zufriedenheit Einkehr hält.

Nun aber zum rein sportlichen, in einer bis dato selten so ausgeglichenen Saison wie dieser. Starten will ich nun am Rhein mit zwei Begegnungen. Die „rote Laterne“ werden die Domstädter bei einem Erfolg über die Moselstädter zwar noch nicht los, aber es wäre Licht am Horizont. Die Trierer Dolphins, um Spielertrainer Dirk Passiwan haben die Entwicklung der gastgebenden Köln 99ers genau beobachtet und sind sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Bei Coach Foden greifen die Rädchen im endlich kompletten Kader immer besser ineinander. Sollten sie auch noch runder laufen als bisher, könnte es für die Dolphins rund gehen.

Zeitgleich kommt es Rheinaufwärts zum Gastspiel der Muldestädter aus Zwickau bei den Rhinos in Wiesbaden. Nach dem beiderseitigem Pokalaus gilt die Konzentration wieder dem Liga-Alltag. So wollen die Rollers ihren Playoff-Platz weiter festigen und mit geballter Angriffsleistung die Defense der Landeshauptstädter unter Druck setzen. Mit Gans, Skucas und Pohlmann wird da schon ordentlich abgeliefert werden. Nicht nur in der Defense muss daher bei den Rhinos alles funktionieren, sondern auch die Offensivleistung muss konstant hoch gehalten werden. Wie Trainer Hopp feststellt, wird mit einer Trefferquote von 30% kein Blumentopf zu gewinnen sein. Ob er bei einer höheren Prozentzahl an erfolgreichen Würfen nur mit dem Pflanzgefäß zufrieden sein wird, ist nicht zu glauben. Bei zwei positiven Zählern auf dem Konto würden die Kurstädter mit den Sachsen gleichziehen.

Tabellenplatz zwei wird jede Woche neu verteilt. So kann es auch nach dem Auftritt der BG Baskets Hamburg beim Tabellenführer, den Thuringia Bulls zu einer neuen Konstellation kommen. Es wird auch nicht mal so nebenbei das „Fit In“ in Elxleben bezwungen werden können. Dazu braucht es auch mehr als nur 40 Minuten Konzentration. Durch den Ausfall von Podnieks fehlen den Elbstädtern einige Lineup-Varianten, was sich aber nicht als Nachteil herausstellen muss. Trainer-Urgestein Holger Glinicki wird so einiges auf dem Taktikboard notiert haben, um der Übermacht um den ehemaligen BG Spieler Jake Williams beizukommen. Auf Seiten der Thüringer werden Coach Michael Engel und sein Team immer mehr zu einer Einheit und scheinbar schon jetzt unbezwingbar. Da ja jedes Spiel erst gespielt werden muss, wird auch der Primus voll und ganz bei der Sache sein. Tempo, Tempo und noch einmal Tempo werden die Bullen machen und den BG'lern keine Verschnaufpause gönnen. Beim Heimsieg ist der Platz an der Sonne nach der Hauptrunde so gut wie sicher. Für die Hanseaten ginge es wieder in Richtung Orientierungsphase.

Weiter geht es mit einem Topspiel am Sonntag beim Pokalschreck in Rahden. Nach dem Erfolg im DRS-Pokal gegen die Rollers Zwickau scheint bei den Ostwestfalen der Knoten geplatzt zu sein. Zu Gast ist allerdings kein geringerer als die vor Selbstbewusstsein strotzenden Iguanas aus München. Ebenfalls eine Runde weiter im Pokal und nach den Erfolgen im Ligabetrieb kommen die Ryklin-Schützlinge nicht zum Ausflug an die Lippe. Auch 96-Coach Josef Jaglowski konnte dem Spiel der Baskets immer mehr „Quali“tät und Konstanz antrainieren. Die Leguane werden mit einem kurzen „Buenos Dias Argentina“ die Brüllarena befahren, bevor sie den Rahdenern ihr „Down under“ präsentieren. Nur wer den längeren Atem hat, wird hier erfolgreich sein können. Umkämpft wird es auf alle Fälle zwischen den beiden Aufsteigern, wobei die Münchner eine kleine Auswärtsschwäche nicht ganz abstreiten können. Das vierundneunzig, fünfundneunzig, sechssssssunddddneunnnnzig wird die Hausherren zusätzlich motivieren, um einen kleinen Schritt weg vom Abstiegsplatz zu machen. Den wollen die Iguanas nach dem Spiel nicht einnehmen.

Bleibt noch die Begegnung Joe Bestwick gegen den RSV Lahn-Dill, oder besser Hannover United gegen den Deutschen Meister. Die Leinestädter aber nur auf Bestwick zu reduzieren, würde der Arbeit von Trainer Martin Kluck nicht gerecht. Mit Jan Sadler und Eike Gößling hat die Vereinigung großes Potential. Phillip Schorp, Oliver Jantz, Max Winter Vanessa Erskine ergänzen den Team-Basketball mit ihrem schon jetzt erreichten guten Niveau. Bei den Gästen scheint Coach Neumann den Weggang seines Vorgängers als Cheftrainer dem Team verinnerlicht zu haben. Immer besser nehmen die Wetzlarer die Anweisungen ihres Coaches auf und setzen sie auch um. Mit welcher Einstellung der Meister in Hannover auftritt, bleibt bis zum Eröffnungssprungball (irgendwie hört sich Sprungball bei den Rollis komisch an) verborgen. Sollte der Favorit aber wieder Schwächen zeigen, könnte United bei einem Sieg an den RSV'lern in der Tabelle vorbeiziehen. Hört sich genau so an wie Sprungball, oder nicht? Doch da haben Bell, Böhme, Kozai und die anderen noch ein Wörtchen mitzureden.

Fazit: Auf den Plätzen eins und zehn ändert sich nichts. Die restlichen Platzierungen werden einmal gemischt, und das ist gut so!!