Von Australien direkt ins Herz des Meisters!!

31.10.2017 - News RBBL

RBB München Iguanas bringen dem RSV Lahn-Dill die zweite Niederlage in Folge bei.

Das vom 11. Spieltag vorgezogene Spiel zwischen den Iguanas aus München und dem Serienmeister RSV Lahn-Dill ging vor wenigen Minuten mit einer Überraschung zu Ende. Die Wetzlarer mussten sich im Rückspiel mit 83:80 an der Säbener Straße den Landeshauptstädtern geschlagen geben. Nach der deutlichen 72:41 Hinspielniederlage der Bayern am 08. Oktober in der Goethestadt schien heute das Spiel den erwarteten Verlauf zu nehmen. Lahn-Dill ging nach 36 Sekunden mit 2:0 in Führung und wurde im sofortigen Gegenangriff vom Rückkehrer der Asienmeisterschaften Kim Robins mit dem Ausgleich gekontert. Das diese Führung für den RSV die Einzige im heutigen Spiel sein würde, hat keiner der Akteure auf und neben dem Spielfeld sowie die Zuschauer in der Halle und beim Livestream ahnen können. In den ersten fünf Spielminuten ist beim 12:5 für die Gastgeber ja auch noch nicht viel passiert und dem bekannten Anfangselan der Süddeutschen geschuldet. Für Coach Neumann war es jedoch schon an der Zeit das Team zur Auszeit zusammenzurufen. Die hier kritisierte Defensivleistung sollte sich aber nicht verbessern und endete in einem 12-Punkte Rückstand zum Ende von Viertel eins.

Mit 22 erzielten Punkten in Abschnitt zwei fanden die Mittelhessen offensiv in die Spur zurück. Da aber Robins und Magenheim nicht zu stoppen waren, musste der RSV auch 22 Punkte hinnehmen, was eine 48:36 Führung der Iguanas zur Halbzeit bedeutete.

Wie schon so oft in der noch jungen Saison schienen die Leguane in Viertel drei erneut ihr gute Ausgangslage zu verspielen. Die Stuhlverteidigung in der Defense wurde nun von Paye und Co konsequenter umgesetzt und Magenheim sowie Robins wurden auf einen zählbaren Korberfolg reduziert. Mit dem 61:56 durch Jan Haller gelang der langersehnte Anschluss und ließ für die letzten zehn Spielminuten alles offen.

Zwei erfolgreiche Angriffe über Häfeli und Bell verkürzten den Rückstand in der 31. Spielminute auf einen Punkt. Das Momentum schien jetzt auf Seiten der Lahn-Diller und ein Kippen des Spiels war wahrscheinlicher den je. Da heute aber an Martin Luther und nicht an Albert Einstein gedacht wurde (nein, das sind keine Ex-Spieler) hatte Joseph Wernberger mit vier seiner insgesamt zehn erspielten Punkte keine Lust auf Theorien und Wahrscheinlichkeiten und brachte sein Team wieder leicht in Front. So ging es mit einer ein bis vier Punkte Differenz hin und her zwischen Isar und Lahn, ohne dass es zu einem Einbruch der Ryklin-Truppe kam.

Bei noch 34 zu spielenden Sekunden und einer 78:74 Führung kam es zu einem unsportlichen Foul von Wernberger an Bell. Letzterer behielt die Nerven an der Freiwurflinie und verwandelte beide Würfe. Durch den noch folgenden Ballbesitz konnte Paye ausgleichen und Benny Ryklin bat zur Auszeit. Das hier angesagte play funktionierte und Magenheim erzielte nach Pass von Mach die erneute Führung, die aber durch Thomas Böhme bei einer Sekunde Restspielzeit ausgeglichen wurde. 80:80 und Auszeit München!!

Wer nun bei den Mittelhessen dachte, der Buzzerbeater von Gaz Choudhry (BG Baskets Hamburg) im Halbfinale der DM 16/17 war schon der Korb des Jahres 2017 wurde bitter enttäuscht. Die RBBL hat einen eigenen Regisseur und der hieß heute Kim Robins, genannt der „Klöckner der Frauenkirche“. Nach Einwurf im Vorfeld bekam Robins den Ball kurz vor der Mittellinie und läutete mit seinem Wurf aus 12 Metern Entfernung das Entsetzen und die gleichzeitige Niederlage des amtierenden Deutschen Meisters ein. Ob sich in 500 Jahren noch einer an den 83:80 Erfolg der RBB Iguanas München erinnert??

München: Kim Robins (34/4 Dreier), Sebastian Magenheim (20/1), Florian Mach (15), Joseph Wernberger (10), Laura Fürst (2), Gabriel Robl (2), Bastian Kolb, Thomas Palaver, Kathrin Rieder (n.e.), Benjamin Ryklin (n.e.), Johanna Welin (n.e.).

Lahn-Dill: Thomas Böhme (25/2 Dreier), Brian Bell (23), Michael Paye (20), Jan Haller (8), Nico Dreimüller (2), Philipp Häfeli (2), Annabel Breuer, Christopher Huber, Marian Kind, Dirk Köhler, Felix Schell (n.e.).