Schmerzliche Auswärtsniederlage der Roller Bulls Ostbelgien in München

Mit hohen Erwartungen traten die Roller Bulls Ostbelgien am Wochenende die Auswärtsreise jenseits des „Weißwurst-Äquators“ an, erachteten die Teamverantwortlichen um Headcoach Stefan Veithen und Teammanager Edgard Boemer den Gegner aus München als eine der Mannschaften der Serie „auf sportlicher Augenhöhe“. Auch galt es nach dem verpatzten Auftakt im Derby gegen Trier schnell Punkte in der noch jungen Saison einzufahren.

Die Gastgeber aus München legten nach dem Hochball los wie die Feuerwehr und gingen mit Treffern von Weinberger und Mach sofort mit 6:0 in Führung.

Spielstarke Iguanas

Die Roller Bulls Ostbelgien zeigten sich bereits in dieser frühen Phase sichtlich beeindruckt und liefen diesem Rückstand lange Zeit hinterher. Erst nach knapp drei Minuten gelang Lorenzo Boterberg der erste Korb für die Ostbelgier. Bis zur Hälfte des Auftaktviertels wirkten die Gäste in ihrer Spielanlage etwas besser und konnten durch Lorenzo Boterberg und dem Bulls-Hünen Nazif Comor zwischenzeitlich auf 8:7 herankommen (6. Minute). Doch die Münchener legten sofort nach und stellten durch zwei Treffer von Florian Mach und drei Treffern von Sebastian Magenheim den satten 7-Punkte-Vorsprung nach zehn Minuten wieder her. (20:13)

Wechselbad der Gefühle

Im zweiten Spielabschnitt schienen die Roller Bulls Ostbelgien wieder den sportlichen Faden gefunden zu haben, denn Nazif Comor und Philippe Minten verkürzten bereits in den ersten Sekunden auf 20:17. Es folgte ein munterer Schlagabtausch mit Körben auf beiden Seiten. Wieder gegen Mitte des Spielabschnittes verloren die Gäste aus Ostbelgien die Pedale und gerieten durch überragende Spieler wie Florian Mach, Josef Wernberger und Gabriel Robl ins Hintertreffen. Kim Robins machte mit einem Freiwurf den 42:30-Halbzeitstand zugunsten der Iguanas aus München perfekt.

Einbruch der Bullen

Nach dem Pausentee knickte das Team von Herdcoach Stefan Veithen völlig ein, so dass die Münchener ihren Vorsprung nach Belieben ausbauen konnten. Robins, Magenheim, Mach und Rolle trugen sich in die Trefferlisten ein und sorgten in dieser frühen Phase des Spiels bereits für die Vorentscheidung. Während rund sechs Minuten des dritten Viertels gelang den Bulls kein einziger Treffer. So lagen die Roller Bulls Ostbelgiens nach 30 Minuten praktisch uneinholbar mit 62:39 zurück. Auch im Schlussviertel konnten die Mannen von Stefan Veithen kaum noch Akzente setzen, während sich München regelrecht in einen Spielrausch steigerte und schier aus allen Positionen und Distanzen einnetzte.

Wunden lecken

Die Bulls fanden durch Philippe Minten, Bart Nulens, Lorenzo Boterberg und Stefan Veithen zwar zur lange vermissten Treffsicherheit zurück, doch die Niederlage konnte nicht mehr abgewendet werden. Am Ende stand eine auch aufgrund der Deutlichkeit, mehr als enttäuschende 86:54-Niederlage auf der Anzeigetafel des Iguanas-Dome an der Säbener Straße in München. Topscorer der Münchener und des gesamten Spiels mit 24 Punkten wurde der überragende Florian Mach, während sich Lorenzo Boterberg und Nazif Comor mit jeweils 16 Treffern bei den Bulls den Ehrentitel sicherten. Jetzt heißt es für die Roller Bulls Ostbelgien die Wunden zu lecken und schleunigst taktisch und spielerisch aufzuholen und nachzulegen, damit der Traum vom Klassenerhalt nicht bereits vorzeitig platzt. Gerade gegen die „Teams auf Augenhöhe“ heißt es zu punkten um das sichere Tabellenufer zu erreichen. Am Samstag steht mit dem BSC Rollers Zwickau ein weiterer Gegner an, den man in St.Vith als sportlich ebenbürtig einstuft. Vielleicht platzt ja im heimischen SFZ endlich der Knoten und die Veithen-Truppe kann die ersten Punkte der laufenden Meisterschaft einfahren.

Die Zwischenstände:

1. Viertel: 20:13
2. Viertel: 22:17 (42:30)
3. Viertel: 20:9 (62:39)
4. Viertel: 24:15 (86:54)

Es spielten und trafen für die

Iguanas München: Gabriel Robl (12), Laura Fürst, Kim Robins (18), Florian Mach (24), Bastian Kolb (2), Sebastian Magenheim (Kapitän) (20), Josef Wernberger (10)

Roller Bulls Ostbelgien: Lorenzo Boterberg (16), Nazif Comor (16), Mounir Moujoud (2), Philippe Minten (8), Stefan Veithen (Kapitän) (4), Juan Bernal, Bart Nulens (5), Jamaa Saadi, Quoc Binh Pho, Terence Edja-Wato (3)

Stimme zum Spiel:

Stefan Veithen, Spielertrainer der Roller Bulls Ostbelgien: „Wir konnten uns nach dem ersten Ansturm der Münchener recht schnell fangen und spielten auch während der ersten Viertelstunde einen guten Basketball. Danach jedoch verloren wir unverständlicherweise den Spielfaden und versagten auf der ganzen Linie. Uns fehlte meiner Meinung nach der Biss, der Kampfgeist und die gesunde Portion an Aggressivität, die uns sonst stets auszeichnete. Wir haben heute unsere Grenzen aufgezeigt bekommen und mussten leider feststellen, dass wir das in der 1. Bundesliga verlangte Niveau noch nicht erreicht haben. Hier müssen wir in den Trainingseinheiten ansetzen um schnell Lösungen zu finden und Verbesserungen anzubringen. Die 32 Punkte Unterschied gegen München sind in Zahlen zu deutlich, doch die Niederlage geht klar in Ordnung. Wir haben uns zu keinem Moment des Spiels Respekt erspielen können und das wird im Basketball stets teuer bezahlt. Natürlich wiegt die Enttäuschung sehr schwer, da wir uns in der Vorbereitung klar und deutlich positionierten und fest machten, dass wir gegen die „Teams auf Augenhöhe“, wie beispielsweise Zwickau, Köln und eben München, unsere Punkte einfahren müssen um die Liga zu halten. Nun haben wir zwei dieser „Big-Points“ verspielt und müssen somit schnell in die sportlichen Gänge kommen. Enttäuscht bin ich auch, da taktisch nicht viel funktioniert hat und wenig von den Vorgaben auf dem Parkett umgesetzt wurde. Hier müssen wir in der Woche noch an einigen Stellschrauben drehen, damit wir am Samstag bei Null starten können und eine gute Leistung mit hoffentlich ersten Punkten schaffen. Unser Teammanager Edgard Boemer hat jedenfalls mit seiner Aussage, dass „wir noch nicht in der 1. Liga angekommen sind“, vollkommen recht. Jetzt sind wir als Team gefragt um die Scharte auszuwetzen.“

Text: Gerd Hennen

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