Foto: Gerd Hennen Foto: Gerd Hennen

Roller Bulls: Toll gekämpft aber dennoch verloren

Headcoach Stefan Veithen verlangte von seiner Elf eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu letztwöchigen Auswärtsbegegnung gegen die Iguanas aus München. Entsprechend hoch war auch der Erwartungsdruck, wollten die Roller Bulls Ostbelgien gegen ein weiteres „Team auf Augenhöhe“ vor heimischem Publikum die ersten Punkte in der noch jungen Saison einfahren.

Die Roller Bulls Ostbelgien begannen die Partie aggressiv und legten ein ungemein hohes Tempo vor, das die Gäste aus Zwickau in den Anfangsminuten sichtlich überraschte.

Fulminanter Auftakt

Absoluter Hingucker in diesen Anfangsminuten war zweifelsohne Lorenzo Boterberg, der quasi nach Belieben die Reuse traf. Auch die hohe Defense brachte Entlastung für die Gastgeber, so dass die Starting Five um Lorenzo Boterberg, Bart Nulens, Jamaa Saadi, Philippe Minten und Robby Hulsmans perfekt funktionierte. Nach nur drei Spielminuten lagen die Bulls bereits mit 13:5 in Führung, was Zwickaus Coach Marco Förster zu einer ersten Auszeit zwang um verschiedene taktische Stellschrauben nachzujustieren. Doch die Roller Bulls blieben am Drücker und ließen sich in dieser Phase selbst durch einige zweifelhafte Entscheidungen des Schiri-Trios nicht aus dem Spielfluss reißen. Robby Hulsmans, Jamaa Saadi sowie Philippe Minten sorgten zwischenzeitlich für einen satten 10-Punkte-Vorsprung (26:16). Die Gäste aus Zwickau ließen sich jedoch nicht entmutigen und spielten konsequent weiter; vor allem Rostislav Pohlmann und Vytautas Skucas hatten gegen Ende des Auftaktviertels Wurfglück und verkürzten auf 26:22. Die Gäste aus Zwickau konnten den Schwung des ersten Spielabschnitts mit ins zweite Viertel nehmen und gingen in der 18. Minute durch Edgaras Ciaplinskas erstmals in Führung (36:38).

Gäste-Führung nach 18 Minuten

Dies zeigte bei den Gastgebern Wirkung, denn plötzlich fehlte das Tempo und auch die Treffsicherheit ließ zu wünschen übrig. Spieler wie David Offermann und Bart Nulens vergaben beispielsweise leichteste Korbleger und stärkten somit die Moral der Gäste. Lediglich Nazif Comor übernahm in dieser schwierigen Phase der Roller Bulls Ostbelgien Verantwortung und hielt den Rückstand in Grenzen. Zur Pause lagen die Gäste aus Zwickau somit mit 43:40 in Führung. Die Pause nutzte Coach Stefan Veithen zur taktischen Neuausrichtung. Dies trug auch prompt Früchte, schienen die Bulls doch wieder spritziger und aggressiver. So gelang Philippe Minten schnell der 44:44-Ausgleich. Es folgte ein munterer Schlagabtausch mit stets wechselnden Führungen. Erst in den Schlussminuten des dritten Viertels konnte Robby Hulsmans schließlich die 60:58-Führung für die Roller Bulls Ostbelgien perfekt machen. Alles war somit für ein packendes Schlussviertel vorbereitet. Doch nicht die Lokalmatatoren bestimmten das Spielgeschehen im Finalviertel, denn die Zwickauer trafen jetzt aus allen Lagen und kauften den Bulls regelrecht den Schneid ab.

Skucas und Pohlmann trafen aus allen Lagen

Vyautas Skucas, Benjamin Kenyon und natürlich der stets „giftige“ Hüne Rostislav Pohlmann machten in dieser Phase den Unterschied, während die Bulls in der Defensive Leichtsinnsfehler am laufenden Band machten und wichtige Bälle nicht versenkten. Vier Minuten vor dem Spielende gelang den Rollers Zwickau durch Skucas und dem 74:67 ein vorentscheidendes Break. Von diesem sollten sich die Gastgeber nicht mehr erholen, denn jetzt versuchten es die Roller Bulls Ostbelgien regelrecht mit der Brechstange und verpassten somit den Anschluss. In dieser Phase trugen erneut einige zweifelhafte Auslegungen des Schiedsrichterteams zur Verunsicherung der Bulls bei. So wurde Bart Nulens nach fünf persönlichen Fouls vorzeitig zum Duschen geschickt, während die 3-Sekunden-Regel offensichtlich aufseiten Zwickaus großzügiger ausgelegt wurde. Dennoch kämpfte sich das Team von Stefan Veithen nochmals heran. Drei Minuten vor dem Spielende verkürzte Jamaa Saadi auf 75:78. Nach einem Steal verpasste Lorenzo Boterberg eine Großchance, so dass eine Minute vor dem Abpfiff Frank Oehme auf der Gegenseite im Nachsetzen den 5-Punkte-Vorsprung wieder herstellen konnte. (75:80). Nun setzten die Bulls auf „All in“ und setzten alles auf eine Karte. Während der Veithen-Truppe kein Korb mehr gelingen sollte, sorgte Skucas mit zwei Freiwürfen in den Schlusssekunden für den 75:82-Endstand. Überragende Werfer sie beiden Zwickauer Vyautas Skucas (34), Rostislav Pohlmann (30), die alleine 64 Punkte zum Sieg ihrer Mannschaft beitrugen. Aufseiten der Roller Bulls Ostbelgien schrieb sich Lorenzo Boterberg mit 23 Punkte in die Topscorer.Liste ein.

Ein packendes Spiel in dem die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen und die Roller Bulls Ostbelgien am Ende unglückliche Verlierer waren. Die Art und Weise lässt aber weiter hoffen, denn nach diesem kampfbetonten und auf hohem Tempo geführten Spiel scheinen die Ostbelgier nun doch in der 1. Liga angekommen zu sein. Am kommenden Spieltag geht es zu den Köln99ers. Nun heißt es für die Roller Bulls Ostbelgien von Stefan Veithen in der Ferne die ersten Punkte einzufahren.

Die Zwischenergebnisse:

1. Viertel 26:22
2. Viertel 14:21 (40:43)
3. Viertel 20:15 (60:58)
4. Viertel 15:24 (75:82)
Endstand: 75:82

Es spielten und trafen:

Roller Bulls Ostbelgien: Philippe Minten (9), Robby Hulsmans (10), Bart Nulens (14), Jamaa Saadi (8), Lorenzo Boterberg (23), Nazif Comor (9), Stefan Veithen (2), Juan Bernal, David Offermann, Quoc Binh Pho, Terence Edja-Wato

BSC Rollers Zwickau: Daniel Gehse, Marianne Buso, Benjamin Kenyon (4), Edgaras Ciaplinskas (9), Vyautas Skucas (34), Rostislav Pohlmann (30), Frank Oehme (5), Zymantas Buchinskas

Stimmen zum Spiel:

Marco Förster, Headcoach des BSC Rollers Zwickau: „Die Roller Bulls Ostbelgien haben unsere eigentliche Taktik gleich zu Beginn über den Haufen geworfen. Wir fanden somit nur schwer ins Spiel, doch die Erfahrung meiner Mannschaft hat sich heute einmal mehr bewährt. Wir sind stets ruhig geblieben und haben trotz zwischenzeitlichen Rückstands immer wieder gekämpft und an unserer Taktik geschraubt. Es war mit Sicherheit ein tolles Spiel für die Zuschauer. Nichts für schwache Nerven. Am Ende waren wir die glücklicheren Gewinner, da wir, meiner Meinung nach, während des gesamten Spiels die konstantere Leistung aufs Parkett brachten. Den Roller Bulls muss ich aber ein tolles Lob ob ihrer Leistung aussprechen. Das wirklich sehr laute Publikum verdient auch ein besonderes Lob!“

Stefan Veithen, Headcoach der Roller Bulls Ostbelgien: „Wir haben heute eine tolle Reaktion nach dem sehr schwachen Spiel in München gezeigt, wurden aber am Ende leider nicht für unsere Bemühungen belohnt. Wir haben zwischenzeitlich einfach zu viele Punkte liegen lassen und selbst einfachste Körbe nicht gemacht. Vielleicht hat auch das krankheitsbedingte Fehlen von Mounir Moujoud unserer Variabilität auf dem Platz geschadet, so dass wir nach unserem fulminanten 1-A-Start für den Gegner berechenbarer wurden. Aber ich glaube, dass unsere mangelhafte Trefferquote im zweiten und viertel Viertel ausschlaggebend für unsere Niederlage war. So etwas wird in der 1. Bundesliga sofort hart bestraft. Unser Scoring ist mit 75 Punkte ja bei weitem nicht schlecht. Jetzt heißt es die Wunden lecken und auf die gezeigte Leistung aufbauen. Wir sind unter Zugzwang und werden nun versuchen in Köln etwas Zählbares mit nach Hause zu bringen.“

Text: Gerd Hennen

Aktuelle News