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Lahn-Dill zeigt souveräne Vorstellung an der Elbe

Der RSV Lahn-Dill hat am sechsten Spieltag seine Ambitionen auf die Verfolgerrolle Nummer eins von Meister Thüringen eindrucksvoll unterstrichen den BG Baskets Hamburg die erste Heimniederlage der Spielzeit zugefügt. Beim Tabellendritten setzen sich die Mittelhessen souverän mit 83:48 (16:17/42:23/69:38) durch und fügten dem norddeutschen Gastgeber damit auch die bisher höchste Saisonniederlage zu. Statistisch herausragend dabei Topscorer Thomas Böhme mit 24 Punkten, Philippi Häfeli mit einem „Double-Double“ von 13 Punkten und ebenso vielen Rebounds an alter Wirkungsstätte sowie Brian Bell mit einer sehr starken Trefferquote von 80 Prozent.

Es dauerte jedoch ein ganzes Spielviertel bis die Wetzlarer ihre Dominanz auf das Parkett der WM-Arena des vergangenen Sommers bringen konnten. Während von Beginn an die beiden Topscorer der Hanseaten, der Japaner Reo Fujimoto und der Russe Vasily Kochetkov, in der Obhut der Gäste-Defensive sicher aufgehoben waren, zeigte Routinier Alireza Ahmadi seine ganze Klasse. Beim 21:20 (12.) hatte der Iraner bereits seine Punkte acht und neun in der Reuse der Hessen untergebracht.

Doch diese Führung zu Beginn des zweiten Spielviertels sollte die letzte der Norddeutschen sein, zu dominant trumpfte in der Folge der Rekordmeister aus Wetzlar in der edel-optics.de Arena zu Wilhelmsburg auf. Vor allem die Defensive der Mannschaft von Cheftrainerin Janet McLachlan zog sich nun immer enger um die Angriffsbemühungen der BG Baskets. Bis zur Pause gelang dem Gastgeber so kein einziger Feldkorb mehr, während auf der Gegenseite das Trio Böhme, Bell und Häfeli für einen 22:2-Lauf sorgte. Hatten die Hanseaten vor zwei Wochen noch als bisher einziges Team dem Titelverteidiger Thüringen bis ins dritte Viertel hinein auf Augenhöhe Paroli bieten können, war an diesem Sonntag trotz zweier Auszeiten von Hamburgs Head Coach Holger Glinicki die Partie bereits zur Halbzeit zumindest vorentschieden.

Und auch aus der Kabine kamen erneut die Gäste aus Mittelhessen besser. Konzentriert bauten sie die 42:23-Führung zur Halbzeit schnell auf 49:25 (23.) aus, um alle Hoffnungen auf eine Wende schnell zunichte zu machen. Erst ein Dreipunktespiel von Fujimoto zum 28:49 (24.) ließ die Hausherren langsam aber sicher wieder ins Spiel finden. Doch immer als sich eine deutlichere Ergebniskosmetik ankündigte, schlug der RSV Lahn-Dill zurück, wie bei den Dreiern von Hiroaki Kozai zum 54:34 (27.) oder von Thomas Böhme zum 69:38 (30.).

„Wir haben mit hoher Intensität verteidigt, dies war der Schlüssel zum Erfolg. Hamburg ist eine gute Mannschaft, daher können wir von diesem Auftritt sehr viel Selbstbewusstsein mitnehmen“, so eine zufriedene Janet McLachlan, deren Assistent Günther Mayer ergänzte: „Vor allem beim Ausschalten von Hamburgs Topscorer Fujimoto und Kochetkov ist unser Gameplan sehr gut aufgegangen und vor allem Philipp und Brian haben eine sehr starke Leistung mit ganz wenig Fehlern abgeliefert“.

Dies gestattete dem Trainertrio McLachlan, Mayer und Lohmann munter durchzuwechseln und allen Spielern die verdiente Einsatzzeit zu geben. Unter dem Strich also ein ebenso verdienter wie souveräner Auswärtssieg an der Elbe für den Tabellenzweiten, der nun zusammen mit den ebenfalls verlustpunktfreien Thuringia Bulls bereits vier Punkte Abstand auf Rang drei in der RBBL-Tabelle hat.

Nach der Heimkehr aus dem hohen Norden am frühen Montagmorgen, starten Kapitän Michael Paye & Co. am kommenden Freitag dann bereits in die komplett entgegensetze Himmelsrichtung. In der ersten Hauptrunde des DRS-Pokals gastiert der Titelverteidiger in diesem Wettbewerb beim RSC Tirol im österreichischen Wörgl.

Hamburg: Reo Fujimoto (15), Alireza Ahmadi (11/1 Dreier), Vasily Kochetkov (6), Marcin Balcerowski (4), Mareike Miller (4), Asael Yona Shabo (4), Anne Patzwald (2), Dirk Thalheim (2), Derek Hoot.

Lahn-Dill: Thomas Böhme (24/1), Brian Bell (17), Philipp Häfeli (13), Hiroaki Kozai (11/2), Michael Paye (9), Jan Gans (4), Kai Möller (4), Marian Kind (1), Annabel Breuer, Nico Dreimüller, Christopher Huber.

Text: Andreas Joneck

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