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RSV Lahn-Dill empfängt Thuringia Bulls

Der achte Spieltag in der RBBL beschert der höchsten deutschen Spielklasse das lang ersehnte Topspiel zwischen dem RSV Lahn-Dill und den RSB Thuringia Bulls. Das erste Klingenkreuzen der beiden Platzhirsche steigt am Samstag um 19:30 Uhr in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle.

Das Aufeinandertreffen der Hessen und der Thüringer ist das Duell des Tabellenzweiten gegen den Tabellenersten, des Deutschen Pokalsiegers gegen den Deutschen Meister. Es ist das Duell von 35 gewonnenen Titeln gegenüber fünf Triumphen und das Duell von Weltklassespielern aus insgesamt acht Nationen. Es ist das Duell der Duelle im deutschen Rollstuhlbasketball.

Insgesamt standen sich die beiden Kontrahenten seit Dezember 2010 bereits in 33 Pflichtspielen gegenüber, wovon der RSV Lahn-Dill 20 Mal als Sieger vom Parkett rollte. Doch insbesondere der Stachel der letzten drei Niederlagen sitzt bei den Mittelhessen tief. Noch Anfang April triumphierten Michael Paye & Co. im DRS-Pokal Final Four über die Thuringia Bulls, ehe beide Playoff-Finalspiele und das Halbfinale in der Champions League deutlich verloren gingen. Die Truppe um Matt Scott jubelte am Ende über die zweite deutsche Meisterschaft und den ersten Erfolg in der Königsklasse.

Und auch mit dem Start in die Spielzeit 2018/2019 präsentierten sich die Ostdeutschen bärenstark. Mit 693 erzielten Korbpunkten stellen sie aktuell nicht nur den mit Abstand stärksten Angriff der Liga, sondern weisen mit exakt 99 Offensivpunkten pro Partie auch einen Durchschnitt auf, der seines Gleichen sucht. Diesem gegenüber steht die traditionell stärkste Defensive der Liga, die bisher durchschnittlich nur knapp 44 Punkte pro Partie zugelassen hat. Als Sieger wird am Samstag also die Mannschaft das Parkett der August-Bebel-Sporthalle verlassen können, die ihre Stärken besser in die Waagschale hat werfen können. Einmal mehr wird die Tagesform dabei ein wichtiger Schlüsselfaktor sein.

Unbestritten gehen dabei die Thüringer als Favorit ins Rennen. Als Titelverteidiger und Tabellenführer, dank des deutlich besseren Korbverhältnisses, stehen die Gäste natürlich mehr in der Pflicht, als der sich mit Saisonbeginn erst neufindende Gastgeber aus Mittelhessen. Klar ist auch, dass am Samstagabend in Wetzlar weder die Meisterschaftsfrage entschieden wird, noch welches Team im weiteren Saisonverlauf ihr Potenzial noch weiter steigern wird können. Und dennoch geht es um viele kleine Mosaikteilchen einer langen Saison, die diesmal bis weit in den Mai 2019 gehen wird. Duftnoten, Prestige und der psychologische Faktor können auf diesem Weg zu richtungsweisenden Weichen werden.

Personell wird sich am Samstag das „Who´s who“ der Sportart gegenüberstehen. Paralymicssieger wie das US-Quartett Brian Bell und Michael Paye auf RSV- sowie Matt Scott und Jake Williams auf Thüringen-Seite genauso wie Annabel Breuer oder Weltmeisterin Jitske Visser. Mit Spielern aus insgesamt sechs Nationen schießen die Thuringia Bulls dabei in Sachen Internationalität den Vogel ab. In Sachen Offensivkraft überzeugt der Tabellenführer vor allem mit seiner Physis. Alleine das Centerduo Aliaksandr Halouski und Vahid Gholomazad kommt aktuell zusammen auf 46,6 Punkte pro Spiel. Mit US-Boy Matt Scott (15,1), seinem Landsmann Jake Williams (14,4) und André Bienek (13,7) besitzen die Gäste zudem ein bärenstarkes Trio an Spielgestaltern. Ihre Widersacher auf Seiten der Wetzlarer heißen in erster Linie Thomas Böhme (19,1 Punkte), Michael Paye (15,7) und Brian Bell (14,6).

Dementsprechend groß ist die Vorfreude und die Spannung auf das erste Duell der beiden deutschen Topteams, die in der Liga bisher ungeschlagen ihre Kreise ziehen. Die August-Bebel-Sporthalle öffnet um 18 Uhr ihre Türen, Tageskarten gibt es an der Abendkasse zum Preis von 11 Euro oder online bei Partner Ticketmaster sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Text: Andreas Joneck

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