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Gegen die Rhinos ist für die Bulls Siegen Pflicht

Die Roller Bulls Ostbelgien erlebten in den vergangenen Wochen einige herbe und vor allem deutliche Niederlagen gegen die Klassenprimi der 1. Rollstuhlbasketball Bundesliga. Vor allem gegen die Thuringia Bulls mussten sich die Veithen-Schützlinge nach den 117 Gegenpunkten kräftig durchschütteln. Die „Lehrphase“ gegen die Topteams ist vorbei, so dass die Bulls gegen die direkten Tabellennachbarn nun punkten müssen um das Ziel des Klassenerhaltes entsprechend zu untermauern.

Der erste Schritt in Richtung Klassenerhalt soll bereits am Samstagabend im Heimspiel gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden gelegt werden.

Alte Bekannte

Bereits in der 2. Bundesliga lieferten sich die Ostbelgier packende Duelle mit den Rhinos und verpassten vor zwei Jahren im direkten Vergleich sogar den lange sicher geglaubten Aufstieg. Ein Ausrufezeichen setzten die Wiesbadener sicherlich durch die knappe Niederlage gegen die Baskets aus Hamburg. Rhinos-Trainer Sven Eckhardt zeigte sich nach der 10-Punkte-Niederlage jedenfalls zuversichtlich: „Mit der zweiten Halbzeit bin ich durchaus nicht unzufrieden. Wir haben uns in dieser Phase wieder richtig gut ins Spiel gekämpft und haben die Hamburger vor eine echt harte Aufgabe gestellt. Das Match haben wir im ersten Viertel verloren. Das darf uns gegen die Roller Bulls Ostbelgien nicht passieren. Also sind wir gewarnt und müssen an uns arbeiten“. Die Wiesbadener haben ähnlich wie die Roller Bulls Ostbelgien bislang einen Sieg einfahren können, erweisen sich aber in der Defensive deutlich solider.

Angeschlagener Boterberg

Mit einer Punktedifferenz von Minus 115 liegt der Wert der Rhinos fast um die Hälfte niedriger als bei den Bulls. Das ist sicherlich auch der mageren Punkteausbeute in den letzten Partien der Roller Bulls Ostbelgien geschuldet. Auf Nachfrage bestätigte Headcoach Stefan Veithen gesundheitliche Probleme beim ostbelgischen Topscorer Lorenzo Boterberg. „Ja, Lorenzo laboriert seit dem Spiel in Köln an einer schmerzhaften Daumenverletzung, die ihn am Werfen hindert. Daher konnte er auch in den vergangenen beiden Wochen nicht trainieren und fehlte in Lahn-Dill gänzlich. Er wird zwar am Samstagabend präsent sein, doch sein Einsatz ist nach wie vor fraglich. Ich hoffe, dass jetzt andere Spieler unseres Teams Verantwortung übernehmen, denn diese Partie gegen Wiesbaden ist sicherlich richtungsweisend für die weitere Saison“, erklärte Stefan Veithen.

Tempo angenommen

Für den Coach der Roller Bulls Ostbelgien waren die beiden Kantersiege der Teams aus Lahn-Dill und Thuringia für das ostbelgische Team sicherlich lehrreich, so dass auf verschiedene Aspekte im Training aufgebaut werden konnte. „Trotz der Klatschen waren diese Spiele für uns eine gute Vorbereitung, haben wir doch während der ganzen Partie auf extrem hohen Niveau und Tempo agieren müssen. Wir wurde von der ersten bis zur letzten Minute gefordert. Die Rhinos sind ein ähnlich schnelles Team, so dass wir dieses Tempo auch annehmen können. Allerdings müssen wir in verschiedenen Situationen in der Defensive aber auch in der Offensive kaltschnäuziger zu Werke gehen. Fehler werden auf diesem Niveau stets jäh bestraft“. So gibt es am Samstagabend ein Wiedersehen mit der „Grande Dame des deutschen Damen-Rollstuhlbasketballs“, Marina Mohnen. Die Olympionikin wird mit ihrer Erfahrung versuchen den Roller Bulls Ostbelgien in eigener Halle den Schneid abzukaufen. Die Wurfquote bei den „Dickhäutern“ ist bezeichnend, stellen die Rhinos doch mit Maurice Amacher, André Hopp, Mathias Günter und Marvin Maisy gleich vier Spieler in den Top-30 der Meisterschaft.

Rhinos mit vier Top-30-Scorern

Die Bulls hingegen weisen lediglich einen Spieler, nämlich Lorenzo Boterberg mit 74 Punkten in dieser Liste auf. Demnach scheint Vorsicht vor dem taktischen Facettenreichtum der Rhine River Rhinos geboten. Als großen Vorteil bezeichnet Stefan Veithen hingegen die breite Bank seines Teams. „Ja, wir haben seit nunmehr zwei Spielzeiten mehr taktische Freiräume und können uns somit für den Gegner unberechenbarer machen. Bleibt zu hoffen, dass die eine oder andere taktische Speerspitze am Samstag greifen wird. Hinzu kommt dann unser sechster Mann, das Publikum, der uns zur Höchstform anfeuern wird. Wir hoffen, dass wir am Samstagabend einen weiteren Sieg landen können, der uns im entbrannten Abstiegskampf etwas Luft verschaffen wird. Es wird aber mit Sicherheit ein heißer und vor allem enger Fight, bei dem der Zuschauer voll auf seine Kosten kommen wird“, erklärte Stefan Veithen.
Der Hochball im Sport- und Freizeitzentrum St.Vith erfolgt pünktlich um 19.30 Uhr.

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