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Jake Williams bringt die Bullen zum Sieg

Der Meister und Champions League Sieger aus Elxleben hatte eine ganz harte Woche hinter sich, zwang eine schwere Erkrankung von Matt Scott den Meistertrainer Michael Engel vor 1500 Zuschauern zum Umstellen. In die Starting Five rückte André Bienek und das Spiel der Bulls lief gewohnt reibungslos.

Das Match war bestimmt von den Defense-Qualitäten beider Teams, wobei die Thuringia Bulls von Beginn an die bessere Mannschaft war. Bei einer 9:2 Führung der Elxlebener war Lahn Dill früh zur Auszeit gezwungen, fand aber noch kein Rezept gegen die Thüringer. Die zahlreich mitgereisten Bullenanhänger kamen auf ihre Kosten und das erste Viertel endete 22:13.

Der Paralympics Goldmedaillengewinner Jake Williams übernahm von Beginn an das Zepter für seinen erkrankten Landsmann Matt Scott und lenkte die Bullenherde mit großer Übersicht. Jake Williams übernahm die Verantwortung, traf die Entscheidungen und seine Mannschaftskollegen kontrollierten bis zur Halbzeit das Spielgeschehen. Mit einer eigenen hohen Trefferquote erlaubten sie dem Gastgeber aus Wetzlar selten freie Würfe und diese mussten hart für Ihre Punkte arbeiten.

Zur Halbzeit stand es 41:29 und der Tabellenführer sah sich schon auf der Siegerstraße. Der Serienmeister Lahn Dill kam mit veränderter Line Up in die zweite Hälfte und die Bulls waren ein wenig unaufmerksam. Schnell verkürzten die Gastgeber und Michael Engel mahnte seine Mannen zur konzentrierten Arbeit. Lahn Dill kam auf fünf Punkte heran, ohne einmal in der Begegnung zu führen und die Halle ist am Brodeln. Coach Michael Engel nahm eine Auszeit und erinnerte sein Team an den Game Plan.

Das Spiel ging hin und her und zum letzten Viertel stand es 51:46 für die Bulls. Das Spiel drohte zu kippen, aber die Bulls zeigten, dass sie mittlerweile zu einer großen Mannschaft gereift sind. In der Offense spielten die Bullen ihre Angriffe bis zur besten Wurfoption aus und im Umkehrspiel machten sie vor dem eigenen Korb die Reihen dicht. In den letzten fünf Minuten erlaubten die Bulls den Hessen nur schwere Würfe, die nur selten ihr Ziel fanden.

Eine Minute vor Schluss erklärte Jake Williams mit seinem zweiten Dreier das Spiel für „Game Over“ , brachte damit die „Engelhaften“ endgültig auf die Siegerstraße und krönte sich zum Spieler des Spiels. 26 Punkte, 11 Assists und 8 Rebounds waren ein eindeutiger Beleg des Paralympics Goldmedaillengewinner, der auf Lahn Diller Seite seinesgleichen suchte.

Michael Engel gewann mit seinem Team damit die letzten vier Spiele in Folge gegen den Serienmeister und gab erstmals dabei ein Viertel ab. Am Ende erlebten die Gäste aus Thüringen Gänsehaut und dem Gastgeber blieben Eisen und Gummi. Damit wandert die Rollstuhlbasketball-Hauptstadt vorübergehend in ein kleines Dorf nahe Erfurt und die Tabellenführung ohne Niederlage in acht Spielen gibt es als Sahnehäubchen noch oben drauf.

Die Thuringia Bulls spielen mit folgendem Aufgebot: Jake Williams 26, Raimund Beginskis, Vahid Azad 12, Karlis Podnieks 4, Jitske Visser, André Bienek 8, Jens Albrecht, Teemu Partanen, Alex Halouski 17.

Text: Lutz Leßmann

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