Erneut herbe Derby-Niederlage der Roller Bulls Ostbelgien

Am vergangenen Samstag starteten die Roller Bulls Ostbelgien im Derby gegen Trier in die Rückrunde. Magere zwei Punkte erspielten sich die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer bislang, zu wenig, um am Ende wahrscheinlich die Klasse halten zu können. Demnach sind die Mannen von Headcoach Stefan Veithen auf der Suche nach ihrer optimalen Wurfausbeute, um gegen vermeintliche Teams auf Augenhöhe weitere Zähler im voll entbrannten Abstiegskampf zu ergattern. Das Derby gegen Trier sollte eine erste Vorbereitung auf diese anstehenden „Endspiele“ sein, rechneten sich die Bulls bei den Trierer Delfinen doch kaum Hoffnungen aus.

Eigentlich startete das Team von Stefan Veithen konzentriert in die Partie und lag nach Treffern von Philippe Minten, Lorenzo Boterberg und Nazif Comor nach drei Minuten mit 5:2 in Führung, doch dann drehte Dirk Passiwan an den taktischen Stellschrauben und schuf nach fünf Minuten mit der 13:7-Führung bereits klare Verhältnisse.

Delfine mit extrem hohen Tempo

Vor allem die wiedergenesene niederländische Nationalspielerin und Dolphins-Kapitänin Mariska Beijer sorgte für einen anspruchsvollen Trierer Spielfluss, mit dem die Gäste aus St.Vith sichtlich zu kämpfen hatten. Die Trierer ließen in dieser Phase vor allem in der Defensive nichts anbrennen, während in der Offensive fast jeder Wurf in Punkte umgemünzt werden konnte. Die Bulls haderten indes erneut am eigenen Wurfpech. Nazif Comor und Lorenzo Boterberg fanden nur selten den Weg in die gegnerische Zone, so dass die Delfine einen Rebound nach dem anderen landeten und den Ostbelgiern schnell den Zahn zogen. So nahm das Schicksal im ersten Viertel mit einem klaren 22:10-Vorsprung für Trier seinen Lauf. Die Gäste aus Trier hatten nun ins Spiel gefunden und überzeugten durch ihre Klasse. So ging auch das zweite Viertel mit 20:6 klar zugunsten der Trierer aus, und die Roller Bulls Ostbelgien lagen zur Pause bereits mit 42:16 hoffnungslos zurück. Dennoch fand Coach Stefan Veithen lobende Worte für den Auftritt seines Teams: „Wir haben gar nicht schlecht gespielt, doch Trier war in diesem Spiel einfach eine Klasse besser als wir. Vor allem die Defensive kann als sensationell bezeichnet werden.“

43 Scorer-Punkte für Dirk Passiwan

Nach dem Seitenwechsel ließen es die Gastgeber offensichtlich etwas ruhiger angehen, so dass die Roller Bulls Ostbelgien zu guten Möglichkeiten kamen, die diese auch souverän nutzten. Dennoch ließen die Passiwan-Akteure nichts anbrennen und hielten die Bulls weiterhin souverän und kontrolliert auf Distanz. In dieser Phase war es der „Großmeister“ selber, der immer wieder die richtigen Entscheidungen traf und den Ball durch die Reuse bugsierte. Mit 18 Punkten war das dritte Viertel für Stefan Veithen und seine Truppe trotzdem das wohl ergiebigste in den vergangenen Wochen. Die Trierer schafften in dieser Spielphase 28 Punkte. Auch das Abschlussviertel ging klar an die Trierer, die mit einem tollen Punkteschnitt von 23 Punkten am Ende einen ungefährdeten 91:45-Derbysieg feiern konnten.
Dirk Passiwan wurde mit wahnsinnigen 43 Punkten Top-Scorer der Partie, während Philippe Minten mit zehn Punkten bester Treffer der Gäste wurde. Auch die Rebound-Statistik zugunsten der Trierer spricht mit 36:22 eine deutliche Sprache. Für die Roller Bulls Ostbelgien sind derweil harte Zeiten angebrochen. Im nächsten Heimspiel gegen München am 22. Dezember um 19.30 Uhr muss endlich etwas Zählbares ans Brett gebracht werden um alle Hoffnung auf einen Klassenerhalt nicht bereits frühzeitig begraben zu müssen.

Stimmen zum Spiel

Triers Spielertrainer Dirk Passiwan: „Der Auftakt in die Rückrunde ist uns gut gelungen, worauf wir die ganze Woche im Training auch sehr fokussiert waren. Dass Mariska Beijer wieder in der Startaufstellung stehen konnte hat mich sehr gefreut und sie hat ihren Job wie immer fehlerlos erfüllt. Auch wenn ich sehr darauf geachtet habe ihre Gesundheit nicht zu sehr zu strapazieren und sie deswegen nur dosiert eingesetzt habe. Für sie war der Gegner also genau der richtige, um wieder ins Spielgeschehen einzusteigen. Das Spiel hat wirklich Spaß gemacht, weil uns viel gelungen ist, und die Punkte hier in Trier bleiben.“

Stefan Veithen, Spielertrainer der Roller Bulls Ostbelgien: „Die Moral und der Kampfgeist meiner Mannschaft war heute in Ordnung und wir haben uns im Grunde nicht viel vorzuwerfen. Wir haben sehr viele gute Entscheidungen getroffen, doch gegen Passiwan an einem absoluten Sahnetag war heute nicht viel auszurichten. Auch merkte man wieder, dass Trier unter Profibedingungen trainiert und somit das Tempo ein völlig anderes ist. Wir haben zwar in der ersten Halbzeit nur 16 Punkte gemacht, doch lag das an einer 1A-Verteidigung der Trierer, die sensationell agierten. In der zweiten Halbzeit ist es dann für uns besser gelaufen. Trotz der Niederlage, die um einige Punkte zu hoch ausgefallen ist, keimt bei mir die Hoffnung, dass wir gegen Teams auf Augenhöhe noch Punkte einfahren können. Wir haben zwei Punkte auf der Habenseite, so dass unser Ziel sein muss, in der Rückrunde auf 6, bestenfalls 8 Punkte zu kommen. Das wäre hinsichtlich der Playdowns von entscheidender Wichtigkeit. Den ersten Schritt müssen wir demnach in zwei Wochen gegen München machen. München liegt uns besser und es wird sicherlich ein anderes Spiel werden. Auch haben wir noch etwas gutzumachen, denn in der Isarstadt haben wir uns sehr schlecht präsentiert. Im SFZ könnten wir uns und unsere Fans demnach bescheren.“

Es spielten und trafen:

Doneck Dolphins Trier: Wright (14), Rossi (7), Davey (2), Heimbach (0), Dadzite (13), Passiwan (43), Doesken, Peters (2), Beijer (10)

Roller Bulls Ostbelgien: Nazif Comor (8), Philippe Minten (10), David Offermann (6), Terence Edja-Wato (6), Mounir Moujoud (4), Robby Hulsmans (2), Lorenzo Boterberg (3), Stefan Veithen, Bart Nulens, Davy Bukkers (2), Jamaa Saadi (4)

Text: Gerd Hennen

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