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Kapitän Paye führt RSV Lahn-Dill zum Arbeitssieg

Durch eine deutliche Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel kam der RSV Lahn-Dill am Samstagabend zu einem 64:54 (11:14/26:32/48:44) Erfolg bei Hannover United, musste dabei aber lange um den Auswärtssieg an der Leine zittern. Am Ende war es die Erfahrung von Kapitän Michael Paye, die den Unterschied ausmachte. Der 35-jährige Routinier war es, der bei einem 26:38-Rückstand die Verantwortung nach 23. Spielminuten übernahm und am Ende mit 26 eigenen Punkten zum Matchwinner avancierte.

Zuvor sahen die Zuschauer in der niedersächsischen Landeshauptstadt einen Gastgeber, der nach vier Siegen aus den letzten fünf Partien mit viel Selbstbewusstsein in das Duell gegen den Rekordmeister aus Mittelhessen ging. Zunächst schien es jedoch, also ob der RSV Lahn-Dill nur leichte Anlaufschwierigkeiten hatte. So konnte Hiroaki Kozai die 6:2-Führung (3.) durch Nationalspieler Jan Sadler schnell in ein 6:8 (6.) verwandeln, ehe Center Jan Gans und erneut der Japaner in Reihen der Mittelhessen für das 14:16 (12.) sorgten.

Doch plötzlich riss der dünne rote Faden bei den Mittelhessen und Ex-Lahn-Diller Joe Bestwick gelang zunächst mit dem 21:18 (16.) die Rückeroberung der Führung für die Hausherren. 28 Sekunden vor dem Seitenwechsel drohte den Wetzlarern, aufgrund der schwachen Offensivleistung, sogar ein deutlicher Rückstand zur Halbzeitpause. Erneut war es der Britte Joe Bestwick, der von 2012 bis 2017 selbst das Trikot des dreizehnmaligen Titelträgers trug, der seine Offensivqualitäten zum 32:24 nutzte.

Zwar wurde Cheftrainerin Janet McLachlan nach der enttäuschenden ersten Halbzeit in der Kabine verbal deutlich, doch bis der Weckruf im Team des Tabellenzweiten ankam, sollten noch drei weitere Spielminuten vergehen. Nach einem Blitzstart ins dritte Viertel schnupperten die Hannoveranern beim 38:26 (22.) dabei sogar an einem dicken Überraschungscoup gegen den Favoriten aus Mittelhessen. Doch nun war es US-Boy Paye, der zwar selbst ebenfalls keinen Glanztag erwischte, aber als Kapitän und Routinier die Verantwortung nicht scheute und nun an sich zu reißen schien.

So ging der 34:40-Anschluss (24.) ebenso auf sein Konto, wie das 40:42 nur eine Spielminute später, ehe der schweizerische Nationalspieler Philipp Häfeli, erstmals nach der Führung zu Beginn des zweiten Viertels zum 42:42 (26.), wieder den Ausgleich erzielen konnte. Nun war der RSV Lahn-Dill auch in der Verteidigung hellwach und bezog daraus die Geschwindigkeit, die er zu seinem Offensivspiel benötigte. Mit einer knappen 48:44-Führung ging es so in den vierten und letzten Spielabschnitt, indem Brian Bell und Nico Dreimüller für das schnelle 52:44 (32.) sorgten, ehe Letztgenannter vier Minuten später beim 60:48 den Sack selbst zu machen konnte.

So war der Erfolg an der Leine für die Wetzlarer unter dem Strich zwar keineswegs unverdient, doch die statistischen Daten zeugen von einer alles anderen als souveränen Vorstellung in der niedersächsischen Landeshauptstadt. So entführten die Mittelhessen aus Hannover trotz eines 33:35 verlorenen Rebound-Verhältnis und einer schwachen Wurfquote von nur 43 Prozent beide Punkte. Zu den prägenden Akteuren auf dem Parkett im Stadtteil Stöcken avancierten für die Gastgeber Joe Bestwick mit 18 Punkten und 15 Rebounds, sowie die beiden deutschen Nationalspieler Jan Sadler und Jan Haller. Für die Gäste aus Hessen kam US-Center Brian Bell mit 14 Zählern und der gleichen Anzahl an Rebounds ebenso zu einem „Double-double“ wie Gegenüber Bestwick. Kapitän Michael Paye führte souverän Regie und setzte mit neun Assists, trotz seiner eigenen starken 26 Punkte, auch seine Mitspieler glänzend in Szene.

Hannover: Joe Bestwick (18), Jan Sadler (14), Jan Haller (12), Jack Gibbs (6), Alexander Budde (4), Vanessa Erskine, Eike Gößling, Oliver Jantz, Martin Kluck (n.e.), Christoph Lübrecht (n.e.).

Lahn-Dill: Michael Paye (26/2 Dreier), Brian Bell (14), Hiroaki Kozai (13/1), Nico Dreimüller (6), Jan Gans (3), Philipp Häfeli (2), Thomas Böhme, Annabel Breuer, Christopher Huber, Kai Möller (n.e.).

Text: Andreas Joneck

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