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Hannover siegt in Wiesbaden

Es war eine kurze Nacht für Jan Sadler. Um 2 Uhr parkte der Mannschaftsbus von Hannover United nach dem letzten Meisterschaftsspiel des Jahres in Wiesbaden vor dem LandesSportBund Niedersachsen – Rollstühle und Taschen auspacken und ab ins Bett. Um 8 Uhr war der 25-Jährige schon wieder wach. „Ich hätte glatt wieder in die Halle gehen können“, sagt Sadler lachend. Stattdessen freut er sich auf dem Weihnachtsurlaub. Ein bisschen Netflix schauen, Klamotten packen und dann ab zu den Eltern. „Wir hatten ein langes Jahr mit wenigen Pausen. Die Birne ist fit, aber die Knochen tun ein bisschen weh. Da kommt ein kleines Break ganz gut“, sagt Sadler. Und er fügt an: „Ich freue mich aber auch schon wieder auf das Team.“

Dabei ist „das Team“ ja gerade erst auseinander gegangen nach dem Super-Sieg bei den Rhine River Rhinos, an dem Sadler einen nicht unwesentlichen Anteil hatte. Am 11. Spieltag der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) gewann United 76:51 in Wiesbaden, holte die Punkte elf und zwölf und geht mit einem entspannten Vorsprung auf Verfolger München in die kurze Winterpause. Sadler, der unter dem Korb momentan ein sicheres Händchen hat, warf 16 Punkte und legte zudem noch neun Körbe auf. „Jan hat das fantastisch gemacht, eine starke Quote geschossen“, sagte Spielertrainer Martin Kluck bei der Pressekonferenz des Magazins „Rollt.“ nach dem Spiel.

Sadler selbst sieht seine gute Serie in der Liga – 19 Punkte gegen die Roller Bulls, 14 gegen Lahn-Dill, 16 gegen Wiesbaden – entspannt. „Klar möchte ich viele Punkte machen“, sagt Sadler. Es sei aber genau so wichtig, dass andere davon profitierten. In der letzten Saison habe Wiesbaden ihn und Joe Bestwick, mit 34 Punkten stärkster Werfer, dicht gemacht. Darauf hatten United damals keine Antwort. Diesmal rückten andere wie Christoph Lübrecht oder Eike Gößling in die freien Räume und trafen gut. „So spiele ich am liebsten“, sagt Sadler.

Auch Kluck hat es gefreut. Mehr noch allerdings das Defensivverhalten der Mannschaft in den ersten 20 Minuten. „Wir waren sehr präsent, haben nur schwere Schüsse zugelassen“, sagte Kluck. 633 Zähler hat United in den elf Begegnungen dieser Spielzeit kassiert. Das sind 57,5 im Schnitt – ein Spitzenwert, den nur Thüringen und Lahn-Dill toppen. „Wir finden immer besser in unseren Rhythmus“, sagte Kluck. Am 12. Januar gehts in der Liga weiter. United ist dann zu Gast beim Tabellenführer RSB Thuringia Bulls. Das erste Heimspiel 2019 ist für den 19. Januar (18 Uhr) gegen die Doneck Dolphins Trier terminiert.

Rhine River Rhinos: Maurice Amacher (18 Punkte), Matthias Güntner (15), André Hopp (7), Marina Mohnen (4), Marvin Malsy (3), Svenja Mayer, Mark Bessert (je 2), Phillip Schorp, Christoph Spitz.

Hannover United: Joe Bestwick (34 Punkte), Jan Sadler (16), Jan Haller (8), Eike Gößling, Jack Gibbs (je 6), Christoph Lübrecht (4), Oliver Jantz (2), Vanessa Erskine, Alexander Budde, Martin Kluck.

Text: Philipp Schaper

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