Roller Bulls Ostbelgien gegen Champions-League-Sieger chancenlos

Veröffentlicht: 11.02.2019 Roller Bulls Ostbelgien

Roller Bulls Ostbelgien gegen Champions-League-Sieger chancenlos

Foto: Gerd Hennen

Wenngleich das Ergebnis etwas anderes vermuten lassen könnte, so erlebten die rund 300 Zuschauer am vergangenen Samstag im Sport- und Freizeitzentrum einen sportlich attraktiven Abend.

Wenngleich das Ergebnis etwas anderes vermuten lassen könnte, so erlebten die rund 300 Zuschauer am vergangenen Samstag im Sport- und Freizeitzentrum einen sportlich attraktiven Abend, bei dem die „Bullen“ – leider die auswärtigen – siegten. Während die heimischem Roller Bulls trotz der Ausweglosigkeit verbissen bis zur Schlusssirene kämpften, boten die Gäste aus Elxleben eine wahre „Gala-Vorstellung“ des internationalen Rollstuhlbasketballs. „Das ist schon eine Klasse für sich!“, bemerkte ein treuer Fan der Roller Bulls Ostbelgien nach der Partie.

Die Roller Bulls Ostbelgien wussten von der Übermacht der Thuringia Bulls und setzten somit auf Schadensbegrenzung.

Roller Bulls Ostbelgien stets mutig

Dennoch spielte das Team von Stefan Veithen mutig und ließ sich keineswegs von den Zwischenständen beeindrucken. „Wir erachteten diese Spiele gegen die ganz Großen der Serie als „Lehrstunden“, in denen wir versuchen Automatismen anzubringen und krasse Fehler zu vermeiden. Das kommt uns dann vielleicht in den Spielen, in denen es wirklich um die Wurst geht, zugute. Ich bin daher nicht enttäuscht, denn mein Team hat tolle Dinge aufs Parkett gebracht“, so Stefan Veithen. Die Roller Bulls Ostbelgien gingen sogar nach einem ersten Fehlwurf der Gäste durch David Offermann mit 2:0 in Führung, doch die Freude hierüber währte nur kurz, denn Jack Williams und Aliaksandr Halouski setzten sofort nach und sorgten kurz darauf bereits für ein 8:2-Break. Der vielumjubelte Dreier von Lorenzo Boterberg (5:8) hatte kaum Wirkung, so dass die Thuringia Bulls die ostbelgischen Bullen zwischenzeitlich durch extrem hohes Pressing regelrecht in der eigenen Hälfte festsetzten. Am Ende des ersten Viertels stand somit ein 30:5-Vorsprung für Thuringia auf der Anzeigetafel.

Lehrstunde

Die Roller Bulls Ostbelgien kämpften zwar verbissen und exzellent, doch unter dem gegnerischen Korb ließ das Team von Stefan Veithen wie bereits in den Vorwochen zu viele „leichte Dinger“ liegen. „Das ist unser derzeitiges Manko. Wir nutzen zu wenig unsere herausgespielten Chancen. An der Treffsicherheit müssen wir hinsichtlich der Playdowns noch hart arbeiten“, so Stefan Veithen. Im zweiten Spielabschnitt organisierten die Roller Bulls Ostbelgien ihre Defensive anders und konnten hiermit die Spielwege der Thuringia Bulls etwas störend durchkreuzen. So gelangen dem Team von Michael Engel in diesen zweiten zehn Minuten „nur“ 20 Punkte, während die Roller Bulls für ihren Einsatz mit 11 Punkten belohnt wurden. Mit einem standesgemäßen 16:50 ging es schließlich in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel boten die Gastgeber ein durchweg engagiert konzentriertes Spiel, wenngleich gegen die Thuringia Bulls an diesem Abend kein Kraut gewachsen war. Vor allem der Weißrusse Aliaksandr Halouski ließ keinen Zweifel an seiner Klasse und steuerte am Ende 33 Punkte zum Sieg seines Teams bei.

Aliaksandr Halouski Topscorer

Mit diesem Wert wurde er auch Topscorer der Partie. So gingen beide Teams mit einem 28:76 ins Schlussviertel. Die Roller Bulls Ostbelgien versuchten in diesem finalen Spielabschnitt die „100er-Marke“ zu vermeiden, doch fünf Minuten vor dem Spielende sorgte Aliaksandr Halouski bereits für das 30:90. Die Roller Bulls Ostbelgien zollten ins dieser Schlussphase auch dem extrem hohen Tempo Tribut und hatten einfach nichts mehr entgegenzusetzen. In diesen Schlussminuten zauberten die Thuringia Bulls regelrecht in „Harlem-Globetrotter“-Manier, wobei Jacob Williams, Teemu Partanen und auch Aliaksandr Halouski zur Höchstform aufliefen und ihre Weltklasse mehrmals aufblitzen ließen. Mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ verabschiedeten sich die Thuringia Bulls schließlich mit einem 115:34-Sieg vom begeisterten St.Vither Publikum.

Die Roller Bulls Ostbelgien müssen optimistisch in die Zukunft schauen, denn nach einem weiteren „Kracher“ gegen Lahn-Dill am kommenden Samstag im SFZ St.Vith stehen die Hammerspiele gegen Wiesbaden, Hannover und Zwickau auf der Agenda der ostbelgischen Rollstuhlkbasketballer. Hier muss das Team von Stefan Veithen Klasse und Charakter zeigen um die Playdowns entsprechend vorzubereiten. Die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden konnten am Wochenende in Köln siegen und somit weitere wichtige Punkte im Abstiegskampf ergattern. Dann werden wahrscheinlich auch wieder die Verletzten Nazif Comor, Philippe Minten sowie Quoc Bin Pho wieder zur Verfügung stehen. Siege gegen Zwickau und Wiesbaden sind jedoch aus Sicht der Roller Bulls Ostbelgien quasi Pflicht.

Text: Gerd Hennen