Roller Bulls Ostbelgien mit Doppelbelastung am Wochenende

Veröffentlicht: 21.02.2019 Roller Bulls Ostbelgien

Roller Bulls Ostbelgien mit Doppelbelastung am Wochenende

Foto: Gerd Hennen

Die Roller Bulls Ostbelgien biegen derzeit auf die Zielgerade der Meisterschaft ein.

Die Roller Bulls Ostbelgien biegen derzeit auf die Zielgerade der Meisterschaft ein. Die St.Vither Rollstuhlbasketballer müssen sich allmählich auf die Playdowns einstellen, so dass in den Spielen gegen direkte Tabellennachbarn ein besonderes Maß an Konzentration und Anstrengung gefragt sein wird.

Das Reglement der RBBL sieht nämlich vor, dass lediglich die Punkte gegen die jeweiligen Mitbewerber im Titel- oder Abstiegskampf mit in die Playoffs oder Playdowns genommen werden.

Was ist besser? Sieg oder Niederlage?

Beim derzeitigen Stand der Dinge stehen bei den Bulls demnach 6 Punkte aus den beiden Siegen gegen Köln sowie dem Heimerfolg gegen die Iguanas aus München auf der Habenseite. Dies könnte sich aber noch ändern, wenn München die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden hinter sich lassen würde. Dann würde das Konto der Ostbelgier auf vier Punkte zusammenschrumpfen. Auf diese Rechenspiele möchte sich Stefan Veithen, der Headcoach der Roller Bulls Ostbelgien, jedoch nicht einlassen. Er setzt vielmehr auf Spiellaune und -Freude, die zuletzt gegen den Rekordmeister aus Lahn-Dill wieder mächtig aufflammte. Die Bulls überzeugten am vergangenen Samstagabend vor heimischer Kulisse auf der ganzen Linie und sprachen nach der Partie gegen McLachlan&Co. berechtigterweise von einer gelungenen Generalprobe für das anstehende Mammutwochenende in Wiesbaden und Zwickau.

Gelungene Generalprobe gegen Lahn-Dill

„Ja wir haben wirklich tolle Momente auf dem Parkett gezeigt und die verschiedenen Spielszenen waren mitunter vom Feinsten. Ich hoffe, dass wir diese Lockerheit und Leichtigkeit eines Außenseiters gegen Lahn-Dill für die „großen Brocken“ bewahren können. Wiesbaden und auch Zwickau sind ähnlich wie wir in der Bredouille und werden sich mit Mann und Maus gegen drohende Niederlagen stemmen. Vollste Konzentration, gesunde Aggressivität und vor allem der Kampfgeist werden die Stilelemente für einen möglichen Erfolg sein“, erklärte Stefan Veithen, der die Doppelbelastung mit zwei Spielen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen nicht so tragisch einschätzt. „Wir haben ein reguläres Auswärtsspiel in Wiesbaden. Das müssen wir gewinnen. Zwickau ist zeitgleich in München im Einsatz und steht auch dort unter Zugzwang, so dass ein möglicher Schongang nicht angebracht ist. Während wir am Sonntag dann den kürzeren Weg von Wiesbaden nach Zwickau zurücklegen werden, hat der Gastgeber aus Zwickau eine deutlich höhere Reisebelastung in den Knochen. Daher danke ich den Freunden aus Zwickau auch dafür, dass sie sich für diesen Doppelspieltag ausgesprochen haben. Für uns bedeutet das ein deutlich geringeres Kilometerpensum und somit auch wichtige Momente der Erholung.“

Siegen Pflicht

Für alle Teams im unteren Tabellenbereich ist am Wochenende Siegen angesagt. München möchte sich durch einen Sieg gegen Zwickau von den Playdowns distanzieren, während die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden ihren sportlichen Flow der Vorwochen unbedingt mitnehmen möchten. Lachende Gewinner könnten jedoch die Teams aus Zwickau und Ostbelgien sein, so dass dann vielleicht München zusammen mit den Rhine River Rhinos in die Relegation der Playdowns gehen müssen, während die Bulls weitere „Positionierungspunkte“ einfahren könnte. Wiesbadens Coach Sven Eckhardt spricht auf der Webseite seines Teams auch von einem besonders wichtigen Moment in der laufenden Meisterschaft: „Gegen die Bulls müssen wir zwei Punkte einfahren, damit wir etwas gelassener in die sportliche Zukunft blicken können. Wir haben zwar gegen Hamburg eine tolle Einstellung und exzellenten Kampfgeist demonstriert, doch haben wir im Abschluss zu oft die falschen Entscheidungen getroffen. Diese Schwäche heißt es gegen die ostbelgischen Bulls abzulegen. Ein Sieg gegen St.Vith in den eigenen vier Wänden bedeutet für uns eine komfortablere Situation.“ Die Bulls haben auf jeden Fall gegen Wiesbaden noch eine Rechnung offen, denn die bittere 49:50-Foto-Finish-Niederlage aus dem Hinspiel ist noch nicht vergessen. „Wir haben uns damals vor heimischer Kulisse nicht recht geschickt angestellt. Ich hoffe, dass wir uns mit einer guten Leistung und einem Sieg min Wiesbaden für diesen Patzer bei unseren treuen Fans entschuldigen können. Die Zeichen für ein mit allen Haken und Ösen geführtes Spiel stehen eigentlich recht gut, steht mir doch bis auf einen noch fraglichen Quoc Binh Pho der komplette Kader wieder zur Verfügung. Nazif Comor nähert sich immer mehr seiner Bestform, während Philippe Minten wieder perfekt hergestellt ist. Diese breite Bank macht uns für den Gegner taktisch unberechenbarer. Vielleicht erweist sich das am Ende als Trumpf.“

Offene Rechnungen

Auch der BSC Rollers Zwickau ist im Grunde genommen ein Team auf Augenhöhe. Das Nachholspiel, das aufgrund des Schneechaos im Januar kurzfristig abgesagt werden musste, birgt somit ähnlich viel Spannung. Im Hinspiel unterlagen die Veithen-Schützlinge knapp mit 75:82, wobei die Leistung kritisiert wurde. Seitdem hat sich innerhalb des Teams einiges getan, so dass Automatismen besser greifen und auch sowohl der Spielaufbau als auch der Abschluss deutliche Verbesserungen erfahren konnten. „Wir werden unser Möglichstes versuchen, denn wir fahren nicht mit unserem neuen Teambus quer durch Deutschland um zu verlieren. Wir werden sehen, denn am Ende wird bekanntlich erst abgerechnet“, meinte Stefan Veithen abschließend.

Text: Gerd Hennen