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Lahn-Dill: Verrücktes Spitzenspiel gegen Thuringia Bulls

In einem „verrückten“ Spitzenspiel der RBBL unterlag der RSV Lahn-Dill am Samstagabend den RSB Thuringia Bulls knapp mit 72:80 (11:15/28:37/43:62). Durch zahlreiche Fehler, die den Mittelhessen letztendlich die dagewesene Chance auf einen Erfolg verbaute, lagen die Wetzlarer zwischenzeitlich deutlich zurück, um 90 Sekunden vor dem Ende urplötzlich doch noch die Chance auf einen Auswärtssieg zu haben.

Es war die 33. Spielminute, als die Gäste aus Hessen sich nach einem schwachen dritten Viertel schon aller Chancen selbst beraubt zu haben schienen. Zu viele Fehler in den Anspielen und falsche Entscheidungen sorgten dafür, dass die Heimstätte der Bulls beim 68:45 bereits ausgelassen feierte, ehe nur vier Minuten später alles anders erschien und die Kulisse fast verstummt war. Nico Dreimüller machte seinem Namen alle Ehre und ließ binnen 85 Sekunden drei Dreier in die Bulls-Reise einschweben, dazu zwei Punkte von Christopher Huber sowie zwei weitere Dreier von Hiroaki Kozai und abermals Dreimüller und schon war beim 69:73 (39.) die gesamte Partie wieder vollkommen offen. Doch am Ende war die Hypothek der zuvor begangenen Fehler zu groß, um einen möglichen Auswärtscoup doch noch Realität werden zu lassen.

Zuvor sahen Cheftrainerin Janet McLachlan und ihr Gegenüber Michael Engel eine ausgeglichene Anfangsphase, die Thüringens stärkster Akteur Jake Williams nach nur 14 Sekunden mit einem Dreier eröffnete. Knapp drei Minuten später war es Thomas Böhme, der mit einem Treffer von ebenfalls jenseits der 6,75m-Markierung die 7:5-Führung für seinen RSV erzielen konnte. Bis zum 19:19 (15.) konnte sich nun keines der beiden Teams absetzen, doch dann machte vor allem US-Boy Williams den Unterschied. Mit drei weiteren Dreiern kurz vor und direkt nach der Halbzeitpause ließ er die Gastgeber enteilen. Über 28:42 (21.), 31:50 (25.) und 45:68 (33.) schien dem RSV Lahn-Dill die Partie zu entgleiten, ehe Nico Dreimüller den ganzen Frust seiner Mannschaft in ein Dreierfestival kanalisierte.

„Wenn man sieht wie viele Fehler wir gemacht haben, muss man eindeutig erkennen, dass wir uns heute selbst geschlagen haben“, so auch Co-Trainer Günther Mayer zu einem Spiel, in dem für die Gäste gegen starke, aber keineswegs unschlagbare Thüringer deutlich mehr drin gewesen wäre, als nur diese vermeidbare Niederlage. Matchwinner auf Seiten der Hausherren war Jake Williams, der nicht nur 24 Punkte selbst erzielte, sondern mit elf Assists auch die Partie seines Teams souverän lenkte. Hinzu kam ein Aliaksandr Halouski, der mit knapp 86 Prozent Trefferquote eine Bank in der RSB-Offensive war. Dagegen endete trotz optischer physischer Überlegenheit die Reboundstatistik mit 30:31 aus RSV-Sicht ausgeglichen. Während der RSV Lahn-Dill aus der Ferne hochprozentig traf und sieben seiner zwölf Dreierversuche verwandelte, lag in der Mitteldistanz mit knapp 60 Prozent Trefferquote bei den Bulls und schwachen 42 Prozent beim RSV, ein weiterer Schlüssel zum verdienten Erfolg der Thüringer.

Damit hat sich der Titelverteidiger aus Elxleben einen Spieltag vor Ende der Hauptrunde vorzeitig Platz eins nach der Hauptrunde gesichert. Die Partie selbst hat jedoch gezeigt, dass der RSV Lahn-Dill spielerisch auf Augenhöhe mit dem Meister der Jahre 2016 und 2018 liegt und als Hausaufgabe aus dem Spiel die Erkenntnis mitnimmt, dass bei einer besseren Ausschöpfung seiner Möglichkeiten, die eventuell folgenden Duelle mit dem großen Rivalen spannend werden dürften. Am kommenden Wochenende kommt es am 18. und letzten Hauptrundenspieltag in Wetzlar zum Hessenderby gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden.

Thüringen: Aliaksandr Halouski (26), Jake Williams (24/4 Dreier), Andre Bienek (10), Jens-Eike Albrecht (9), Vahid Gholamazad (9), Jitske Visser (2), Karlis Podnieks, Raimund Beginskis (n.e.), Teemu Partanen (n.e.).

Lahn-Dill: Thomas Böhme (14/1), Hiroaki Kozai (13/1), Nico Dreimüller (12/4), Brian Bell (11), Michael Paye (11/1), Philipp Häfeli (9), Christopher Huber (2), Annabel Breuer, Jan Gans, Kai Möller (n.e.).

Text: Andreas Joneck

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