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Lahn-Dill: Erfolgreiches Hessenderby beendet RBBL-Hauptrunde

Das Hessenderby zum Abschluss der RBBL-Hauptrunde bescherte dem RSV Lahn-Dill am Samstagabend einen klaren 70:38 (23:10/43:20/54:32) Heimsieg gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden. Während die Mittelhessen bereits zuvor direkt für das Playoff-Halbfinale qualifiziert waren, muss das Team aus der Landeshauptstadt durch diese Niederlage nun in die Playdowns, um in sechs weiteren Duellen den Klassenerhalt sicherzustellen.

Vor allem in Halbzeit eins sahen die rund 950 Besucher in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle einen bestens aufgelegten Gastgeber, der nach dem 0:2 (1.) furios aufspielte. Vor allem Michael Paye und Center Philipp Häfeli schienen zu Beginn aus allen Lagen zu treffen und sorgten über ein 13:2 (6.) fast im Alleingang für eine komfortable 23:10-Führung nach dem ersten Spielviertel. Doch dies schien vor allem dem US-Kapitän des deutschen Rekordmeisters an diesem Abend noch lange nicht zu genügen, denn mit drei Dreiern zu Beginn des zweiten Abschnitts unterstrich der Routinier seinen starken Auftritt im 18. und letzten Hauptrundenspiel der RBBL noch einmal deutlich. Die Folge war der 34:12-Zwischenstand (14.) und ausgelassene Faschingsstimmung auf den Rängen der RSV-Heimstätte, die zur Halbzeit eine 43:20-Führung für die Wetzlarer Rollis erlebte.

Mit sehenswerten Kombinationen, aggressiver Verteidigung und einem schnellen Umschaltspiel ließen die Gastgeber in dieser Phase ihr ganzes Potenzial aufblitzen. Dazu gesellte sich eine starke Trefferquote, egal ob unter dem Brett, aus der Mitteldistanz oder jenseits der 6,75m-Markierung. Alleine 14 Assists und ein 23:10-Reboundübergewicht in Halbzeit eins, zeugten bis zu diesem Zeitpunkt von Spielfreude und Kaltschnäuzigkeit, die in Durchgang zwei jedoch ein abruptes Ende finden sollte.

Zwar kam die Mannschaft von Cheftrainerin Janet McLachlan gut aus der Kabine und knüpfte beim 51:24 (24.) an die zuvor gezeigten Tugenden zunächst nahtlos an, doch in der Folge schien der Faden im achten Hessenderby beider Vereine gerissen zu sein. Leichte Fehler, im Angesicht der sicheren Führung sinkende Konzentration und Trefferquote, ließen die Klasse des Spiels nun deutlich sinken. Bis zur 32. Spielminute gelang dem RSV Lahn-Dill so nur ein einziger weiterer Feldkorb, während die Rhinos mit kleinen Schritten den Rückstand bis auf 54:34 (32.) verkürzen konnten. Thomas Böhme war es nun, dem der Kragen ob der eigenen schwachen Phase zu platzen schien. Mit fünf Punkten binnen 60 Sekunden sorgte er noch einmal für eine Initialzündung seines Teams, dass in den verbleibenden sieben Spielminuten nun noch einmal Tempo und Entschlossenheit deutlich zu steigern wusste.

Am Ende sprang so ein auch in dieser Höhe verdienter Heimsieg für die Gastgeber heraus, der Platz zwei in der Tabelle noch einmal unterstrich. Damit ist der 13-fache Titelträger direkt für das Playoff-Halbfinale im April qualifiziert, während sich die Konkurrenten auf den Plätzen drei bis sechs über das Viertelfinale hierfür erst noch qualifizieren müssen. Im Fernduell mit den Iguanas aus München verpassten die Wiesbadener durch diese Niederlage dagegen das erstmalig ausgetragene Viertelfinale. In den Playdowns gegen Zwickau, St. Vith und Köln müssen die Rhinos nun das Abstiegsgespenst endgültig vertreiben.

Für die Lahn-Diller folgt im weiteren Verlauf des März dagegen die entscheidende Phase in den Pokalwettbewerben. Bereits am kommenden Donnerstag treten die Wetzlarer die Reise zum Champions League Viertelfinale nach Madrid an. In der spanischen Hauptstadt trifft der sechsfache europäische Titelgewinner auf Amicacci Giulianova aus Italien, Bidaideak Bilbao aus Spanien sowie den Gastgeber CD Ilunion Madrid. Ende des Monats folgt dann das Final Four 2019 um den DRS-Pokal in der bayrischen Landeshauptstadt München.

Lahn-Dill: Michael Paye (21/3 Dreier), Thomas Böhme (15/1), Philipp Häfeli (12), Brian Bell (9), Jan Gans (5), Hiroaki Kozai (4), Nico Dreimüller (2), Marian Kind (2), Annabel Breuer, Christopher Huber, Kai Möller.

Wiesbaden: Maurice Amacher (10), Andre Hopp (10), Matthias Güntner (6), Marvin Malsy (6), Philipp Schorp (4), Christoph Spitz (2), Mark Beissert, Svenja Mayer, Marina Mohnen.

Text: Andreas Joneck

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