Bulls gegen Zwickau spielstark

Veröffentlicht: 19.03.2019 Roller Bulls Ostbelgien

Bulls gegen Zwickau spielstark

Foto: Gerd Hennen

Die Playdowns sind gestartet und brachten den Roller Bulls Ostbelgien vor heimischem Publikum am Sonntag die erste schmerzliche Niederlage ein.

Die Playdowns sind gestartet und brachten den Roller Bulls Ostbelgien vor heimischem Publikum am Sonntag die erste schmerzliche Niederlage ein. Nachdem die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden bereits am Samstag gegen die Rote Laterne aus Köln siegen konnten, klafft jetzt für die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer ein satter 8-Punkte-Abstand zum rettenden Tabellenufer. Nichtsdestotrotz hat sich der dunkle Himmel über den Bulls etwas aufgelockert.

Die Starting-Five um Nazif Comor, Philippe Minten, Robby Hulsmans, Davy Bukkers und Lorenzo Boterberg drückte dem Spiel in der Anfangsphase den Stempel auf.

Bullenstarke Anfangsphase

Offenbar vergessen war die Talsohle der Vorwochen mit einer katastrophalen Trefferquote. Vor allem im Spielaufbau wirkten die Bulls in dieser Anfangsphase frischer und aufgeweckter denn je und überraschten somit den Favoriten aus Zwickau das ein ums andere Mal. Nazif Comor, Robby Hulsmans, Philippe Minten und Lorenzo Boterberg sorgten bis zur vierten Minute für ein kleines 11:4-Break, das Zwickau Herdcoach Marco Förster sofort zum Handeln in Form einer Auszeit zwang. Doch auch die erste taktische Feinjustierung konnte den Bulls-Express in dieser frühen Spielphase kaum bremsen. Erst die Einwechslung von Urgestein Rostislav Pohlmann brachte eine deutliche Verbesserung, die sich auch in den Punkten niederschlug.

Skucas und Pohlmann retteten Unentschieden

Zusammen mit Vytautas Skucas ergriff Pohlmann die Initiative und sorgte bis zum Viertelende für ein 16:16-Unentschieden. „Diese Schlussphase hat uns etwas aus dem Tritt gebracht. Wir wirkten doch etwas beeindruckt“, so Stefan Veithen, der sofort nach Beginn des zweiten Spielabschnittes zwei Dreier von Skucas bestaunen musste. Die Bulls bemühten sich zwar redlich und trafen auch regelmäßig durch Lorenzo Boterberg, David Offermann sowie Terence Edja-Wato, doch dieser schnelle 6-Punkte-Rückstand blieb lange Zeit erhalten. Kurz vor der Pause baute Pohlmann die Führung sogar auf 9 Punkte (28:37) aus. Trotz individueller Klasse der Gäste spielten die Roller Bulls Ostbelgien beherzt und erfrischend auf und präsentierten sich spielerisch auf absoluter Augenhöhe.

Bulls auf Augenhöhe

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber so schnell wie möglich die Punktelücke zu schließen. Mit vereinten Kräften schien dieses Unterfangen auch zwischenzeitlich zu klappen. So konnten die Roller Bulls Ostbelgien dieses dritte Viertel mit 14:9 für sich entscheiden und bis auf vier Punkte an die Rollers Zwickau herankommen (42:46). Im entscheidenden Schussviertel schlich sich das Wurfpech bei den Roller Bulls ein, während Pohlmann, Skucas und Ciaplinskas aus schier allen Lagen trafen und somit den Abstand stetig anwachsen ließen. Es war schon zum Verzweifeln wie der Ball immer wieder über den Wurfring tänzelte und nicht den Weg durch die Reuse fand. Während rund sieben Minuten gelangen den Roller Bulls lediglich zwei Punkte. Somit stand am Ende ein in Zahlen viel zu deutlich ausgefallener 66:48-Sieg auf der SFZ-Anzeige.

Wurfpech

Die Zuschauer honorierten die begeisternde Vorstellung ihres Teams jedenfalls mit Standing Ovation. Wenngleich sich die Lage in der Tabelle nicht verbessert hat, gibt es noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. „In der zweiten Bundesliga wird das Team Lahn-Dill-Skywheelers auch aufgrund der Zugehörigkeit der ersten Mannschaft von Lahn-Dill wohl nicht aufsteigen. Somit gibt es höchstwahrscheinlich nur einen direkten Absteiger in die 2. Bundesliga Süd, so dass der vorletzte Platz schon den Klassenerhalt für uns bedeuten könnte. Das setzt aber voraus, dass wir diesen Platz in den kommenden noch ausstehenden Spielen festigen“, erklärte Teammanager Edgard Boemer.

Es spielten und trafen:

Roller Bulls Ostbelgien: Nazif Comor (10), RObby Hulsmans (6), Philippe Minten (10), Davy Bukkers (4), Lorenzo Boterberg (8), Juan Bernal, David Offermann (6), Jamaa Saadi, Mounir Moujoud, Stefan Veithen, Quoc Binh Pho, Terence Edja-Wato (4)

Rollers Zwickau: Daniel Gehse (6), Marianne Buso (7), Benjamin Kenyon (5), Edgaras Ciaplinskas (8), Vytautas Skucas (27), Rostislav Pohlmann (13), Andreas Schaffer, Frank Oehme, Zymantas Bucinskas

Stimmen zum Spiel:

Stefan Veithen:, Headcoach der Roller Bulls Ostbelgien: „Wir haben heute eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den Vorwochen hingelegt und zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Leider hat es am Ende bei der Trefferquote wieder Einbußen gegeben, die dann für den Unterschied sorgten. Wir bestachen aber durch tolle Defense und einen beispielhaften Teamgeist, der uns vielleicht in den kommenden Wochen noch beflügeln kann. Der 19-Punkte-Unterschied spiegelt keineswegs unser Spiel wider, denn wir waren aus meiner Sicht den Zwickauern ebenbürtig. Es fehlt bei uns halt der eine und andere Knipser, der für den Unterschied sorgt. Skucas und Pohlmann waren heute die Garanten für den Zwickauer Sieg. Wir müssen jetzt weiter nach vorn schauen und versuchen, jedes Spiel konzentriert anzugehen um weitere Punkte zu ergattern. Wir als Roller Bulls Ostbelgien werden niemals die Flinte ins Korn werfen!“

Marco Förster, Headcoach der Rollers Zwickau: „Bei uns war heute viel Licht und Schatten im Spiel. Fakt war, darauf hatten wir uns auch eingestellt, dass die Bulls heute viel aggressiver, motivierter und treffsicherer auftreten werden. Die Bulls haben das auch gezeigt und uns die Aufgabe gar nicht einfach gemacht. Wir mussten ordentlich umstellen und umstecken um die verschiedenen schwierigen Phasen zu überstehen. Wir haben uns das während der Saison erarbeitet, dass wir nach Rückschlägen die Ruhe bewahren und immer wieder zurückkommen. Die Timeouts haben toll gefruchtet und die Feinjustierungen haben stets gegriffen. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Der Sieg ist sauwichtig in unserer jetzigen Situation. Der Drops ist aber noch lange nicht gelutscht. Er ist erst dann gelutscht, wenn niemand mehr eine Chance hat uns in die Abstiegszone zu bringen. Wir werden weiterhin den Fokus auf die kommenden Spiele hochhalten und uns keineswegs zurücklehnen oder auf den Lorbeeren ausruhen. Das wäre fatal. Unser Ziel ist es, auf dem ersten Platz der Playdowns abzuschließen. Dann wäre die etwas verkorkste Saison doch noch positiv verlaufen.“

Text: grenzecho/gh