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Hannover: Auf die Enttäuschung folgt der Stolz

Auf die Enttäuschung folgt langsam aber sicher der Stolz über das Erreichte. Zwei Tage nach dem bitteren Aus in Spiel drei der Viertelfinalserie gegen die Doneck Dolphins Trier blickt Hannover United auf eine mehr als gelungene Saison in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) zurück. Ein starker Saisonauftakt beim Rekordmeister RSV Lahn-Dill, viele gute Heimspiele mit stetig steigenden Zuschauerzahlen, die vorzeitige Qualifikation fürs Playoff-Viertelfinale drei Spieltage vor Hauptrundenschluss und eine Super-Serie mit dem letztendlich verdient besseren Ausgang für Trier. Das war vor zwölf Monaten nicht denkbar in Hannover.

Und so honorierte auch das Trierer Publikum wenige Minuten nach der Schlusssirene in Spiel 3 den aufopferungsvollen Kampf der Füchse gegen die favorisierten Doneck Dolphins mit der Aufforderung zur Ehrenrunde. Ehrensache, dass das Team trotz der riesigen Enttäuschung eine Runde drehte. United war nicht viel zugetraut worden für dieses Viertelfinale. Dreimal waren beide Mannschaften in dieser Spielzeit aufeinander getroffen, dreimal gewann Trier.

Und auch in der vierten Begegnung, Spiel 1 der Serie, ging Hannover leer aus, weil es frühzeitig dem Rückstand hinterher rollte. In Trier dann die große Überraschung: Hannover United trumpfte groß auf, führte lange zum Teil deutlich. Der Sieg in der zweiten Overtime war der verdiente Lohn. Min Entscheidungsspiel knapp 24 Stunden später legte United gut los. Bis es im zweiten Viertel den Faden verlor. Im Schlussabschnitt war man sich zwar nochmal auf vier Punkte heran, aber die Playoff-Routine der Gastgeber machte sich letztendlich bezahlt. „Trier gehört zu den drei besten Teams der Liga. Wir hatten sie nah dran an der Niederlage“, sagte Spielertrainer Martin Kluck. „Darauf können wir schon stolz sein.“

Nun ist sie also vorbei, die Spielzeit. Und die nächste liegt schon im Fokus der Macher. „Die Mannschaft hat noch viele gute Jahre vor sich“, glaubt Coach Kluck. Bisher sieht es danach aus, dass sie das auch gemeinsam forciert. „Der Großteil bleibt zusammen“, so Kluck. Allerdings verlässt Jack Gibbs den Klub. Der Brite war erst spät in der Vorbereitung zu United gewechselt, hat eine starke Saison gespielt und großen Anteil am Sieg gegen Trier in Spiel 2. Er geht mit Freundin und Baby zurück nach England – aus privaten Gründen. Das schmerzt.

Text: Philipp Schaper

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