RSV Lahn-Dill geht mit einer Hypothek ins Spiel zwei

Veröffentlicht: 17.05.2019 RSV Lahn-Dill

RSV Lahn-Dill geht mit einer Hypothek ins Spiel zwei

Foto: Armin Diekmann

Nach knapp neun Monaten und 35 Pflichtspielen geht für den RSV Lahn-Dill am kommenden Wochenende die Spielzeit 2019/2020 zu Ende.

Nach knapp neun Monaten und 35 Pflichtspielen geht für den RSV Lahn-Dill am kommenden Wochenende die Spielzeit 2019/2020 zu Ende. Dabei stehen die Wetzlarer nach einer langen Saison vor der Herausforderung, in Spiel zwei und einem möglichen dritten Finalduell die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft doch noch drehen zu können. Als Gast der RSB Thuringia Bulls steigt der erste Akt dieses Wochenendes am Samstag um 18 Uhr in der Erfurter Riethsporthalle. Sollte den Mittelhessen dabei der 1:1-Ausgleich in der RBBL-Finalserie gelingen, käme es am Sonntag um 15 Uhr an gleicher Stätte zum dann alles entscheidenden dritten und letzten Endspiel um den Titel 2019.

Kapitän Michael Paye & Co. gehen dabei mit der Hypothek in das zweite Finalspiel, die 61:72-Niederlage der Vorwoche in Wetzlar zunächst zwingend ausgleichen zu müssen, um überhaupt die Chance auf ein drittes Duell gegen den frisch gebackenen Champions League Sieger erzwingen zu können. Sollte dies dem dreizehnfache Deutschen Meister am Samstag nicht gelingen, wären die Bulls zum dritten Mal in der Geschichte auf dem RBBL-Thron.

Dass die Aufgabe in Erfurt alles andere als leicht werden wird, zeigen die letzten Ergebnisse im Champions League Halbfinale zu Monatsbeginn und in Spiel eins der Finalserie am vergangenen Wochenende in Wetzlar. Teilweise wie ein Schweizer Uhrwerk spulten die Ostdeutschen ihr Programm herunter und ehe sich der RSV versah, lief er einem fast aussichtslosen Rückstand hinterher. Dass das Team von Cheftrainerin Janet McLachlan das Potenzial hat, gegen die aktuell beste Vereinsmannschaft Europas zu bestehen, ist jedoch ebenso unbestritten. Gezeigt haben es die Wetzlarer in der Vorwoche in Durchgang zwei, als sie wie verwandelt aus der Halbzeitpause kamen. Ebenso im Pokalfinale Ende März in München, als die Mittelhessen fünf Minuten vor der Schlusssirene wie der sichere Pokalverteidiger aussahen, am Ende aber hauchdünn und unglücklich die Partie mit einem einzigen Zähler Differenz acht Sekunden vor dem Ende verloren.

„Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren! Wir kennen Thüringen und sie kennen uns, da wird es nicht viele Überraschungen geben“, so eine nüchterne Janet McLachlan vor der Partie am Samstag in der thüringischen Landeshauptstadt. Recht hat sie, denn in den letzten Duellen haben sich die Wetzlarer mit schwachen Phasen selbst der Chance auf ein besseres Ergebnis beraubt und den Gegner damit stark gemacht. Gelingt dem RSV Lahn-Dill am Samstag eine über 40 Minuten konzentrierte Leistung, dann ist Spiel Nummer drei am Sonntag durchaus im Bereich des Möglichen. Sollte dies mit der ein oder anderen Schwächephase jedoch nicht gelingen, dann müssen Michael Paye & Co. am Samstag den Thuringia Bulls wahrscheinlich vorzeitig zum Titel gratulieren.

Text: Andreas Joneck