RSV beendet mit erhobenem Haupt die Finalserie

Veröffentlicht: 21.05.2019 RSV Lahn-Dill

RSV beendet mit erhobenem Haupt die Finalserie

Foto: Armin Diekmann

Der RSV Lahn-Dill hat die Thuringia Bulls nicht mehr in ein drittes RBBL-Finalspiel zwingen können, sich aber am Samstagabend mit Mut, Herz und Moral aus der Saison 2018/2019 eindrucksvoll verabschiedet.

Am Ende stand zwar eine hauchdünne 70:73 (14:23/41:35/59:57) Niederlage in der Erfurter Riethsporthalle zu Buche, doch die Gäste aus Mittelhessen verlangten in einer hochklassigen und kämpferischen Partie dem neuen Deutschen Meister alles ab und hatten diesen lange Zeit am Rande der ersten Saisonniederlage.

Damit dürfen sich die Wetzlarer rühmen, wie im Pokalfinale von München, die Thuringia Bulls neben Madrid als einziges europäisches Team überhaupt an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben. Am Ende muss sich der deutsche Rekordmeister RSV Lahn-Dill jedoch wie im Vorjahr mit Rang zwei begnügen, auch wenn er die Finalserie in der stärksten Liga des Kontinents mit erhobenem Haupt verlassen kann.

Von Beginn an präsentierte sich die Mannschaft des Trainergespanns Janet McLachlan und Günther Mayer in der thüringischen Landeshauptstadt mutig und lag schnell mit 4:0 (1.) in Front. Auch ein 6:11 (5.) nach einem Dreier von US-Paralympicssieger Matt Scott schreckte die frei aufspielenden Wetzlarer nicht, die nur drei Minuten später beim 12:11 (8.) die Nase erneut vorne hatten.

Die gute Kulisse in der Riethsporthalle, darunter zahlreiche Fans aus Mittelhessen, sah bereits in diesen Anfangsminuten ein munteres Spiel, in dem sich beide Seiten nichts schenkten. Erst eine 90-sekündige Schwächephase direkt vor Ende des ersten Spielviertels verpasste den sichtbaren Ambitionen des RSV Lahn-Dill beim 14:23 (10.) einen ersten Dämpfer. Doch Kapitän Michael Paye & Co. kamen erneut zurück und waren beim 25:25 (13.) bereits wieder auf Augenhöhe.

Vor allem der für den schnell mit zwei Fouls belasteten Philipp Häfeli eingewechselte Hiroaki Kozai zeigte, dass er sich für sein letztes Spiel im Trikot seines Klubs einiges vorgenommen hatte. Nach vier schnellen Punkten setzte der Japaner mit einem Dreier zum 30:29 (16.) eine erste Duftnote und holte die Führung für die hessischen Gäste zurück. Was folgte war die wohl stärkste Phase des RSV, der in der Verteidigung die gefürchtete Offensive der Bulls bestens im Griff hatte und vorne entschlossen seine Chance suchte. Als dann wenige Sekunden vor der Halbzeitsirene Thomas Böhme einen weiteren Dreier zum 41:35 einstreute, wussten die Gastgeber, dass es bis zur geplanten Meisterfeier noch ein harter und steiniger Weg werden würde.

Aus der Kabine kommend sah sich der 13-fache Meister aus Wetzlar nun immer wieder den Attacken der Hausherren ausgesetzt, wie beim 43:41 (22.) durch den Iraner Vahid Gholomazad oder beim 50:47 (25.) durch Jake Williams. Doch immer wieder gelang den Lahn-Dillern der Konter und so behauptete Topscorer Kozai & Co. über 57:51 (29.) und 61:57 (31.) weiterhin die Führung in einem nun hochdramatischen zweiten Finalspiel. Diese sollte bis zum 65:63 (34.) bestand haben, ehe Matt Scott die sich ihm durch die gute Verteidigung gegen die Center Halouski und Gholomazad ergebenden Freiräume zum 65:72 (37.) aus RSV-Sicht nutzte.

Diesen Rückstand konnten die Mittelhessen nach einem kräftezehrenden Match nicht mehr kompensieren, auch wenn dem Japaner Kozai in der Schlussminute ein weiterer Dreier gelang. Am Ende war der RSV Lahn-Dill geschlagen, erhielt aber für sein mutiges Spiel mit enorm viel Herz vom Publikum den verdienten Applaus.

Damit ist für die Wetzlarer die Saison 2018/2019 ohne Titel zu Ende gegangen, auch wenn mit den Vizetiteln in Pokal und Meisterschaft sowie Platz drei auf europäischer Ebene die Spielzeit als absolut erfolgreich eingestuft werden darf. Die letzte Partie in Erfurt war dabei zugleich der Abschied von Nico Dreimüller, Jan Gans sowie Häfeli und Kozai im Trikot der Wetzlarer Rollis, auf die nun die verdiente Sommerpause wartet.

Thüringen: Matt Scott (22/1 Dreier), Jake Williams (18), Aliaksandr Halouski (15), Vahid Gholomazad (10), André Bienek (6), Jens Eike Albrecht (2), Karlis Podnieks, Jitske Visser, Raimund Beginskis (n.e.), Teemu Partanen (n.e.).

Lahn-Dill: Hiroaki Kozai (23/3), Michael Paye (19), Thomas Böhme (16/1), Brian Bell (8), Philipp Häfeli (4), Annabel Breuer, Nico Dreimüller (n.e.), Jan Gans (n.e.), Christopher Huber (n.e.), Marian Kind (n.e.), Kai Möller (n.e.).

Text: Andreas Joneck