Brian Bell drückt dem Hessenderby seinen Stempel auf

Veröffentlicht: 04.11.2019 RSV Lahn-Dill

Brian Bell drückt dem Hessenderby seinen Stempel auf

Foto: Armin Diekmann

Der RSV Lahn-Dill hat das Hessenderby in der RBBL souverän für sich entschieden und ist damit der Favoritenrolle in der Landeshauptstadt Wiesbaden gerecht geworden.

Am Ende feierten die Mittelhessen bei den Rhine River Rhinos einen ungefährdeten 86:62-Erfolg (17:9/43:27/62:43) und bleiben damit auch nach sieben Spieltagen weiterhin ungeschlagen.

Dem Hessenderby im Stadtteil Klarenthal drückte US-Paralympicssieger Brian Bell seinen Stempel auf. Der seit Wochen in einer bestechenden Form agierende Center avancierte bei den Nashörnern mit 23 Punkten zum Topscorer, kontrollierte mit 17 Rebounds die Bretter und setzte mit fünf Assists auch noch seine Mitspieler gekonnt in Szene. Der 30-Jährige war es dann auch, der mit zwei lupenrein verwandelten Freiwürfen in der neunten Spielminute bereits das 17:5 für die Gäste aus Wetzlar einnetzte. Bis zum 26:11 (13.) durch seinen polnischen Center-Kollegen Dominik Mosler, der zu diesem Zeitpunkt bereits zwölf Punkte auf seinem Konto hatte und von der Wiesbadener Defensive nur schwer zu kontrollieren war, hatten die Mittelhessen die Begegnung fest unter Kontrolle. Ein am Ende klares Reboundverhältnis von 39 zu 26 spricht auch hier eine klare Sprache über die Lufthoheit am vergangenen Samstag.

Doch die Hausherren wollten sich in der Folge in eigener Halle nicht unter Wert geschlagen geben und fanden im weiteren Verlauf der Partie nun deutlich besser ins Spiel. Vor allem der schweizerische Nationalspieler Maurice Amacher avancierte zum Aktivposten seiner Mannschaft und dank seiner Leistung sahen die zahlreich mitgereisten Fans des RSV Lahn-Dill bis zur Pause eine nun ausgeglichene Begegnung in Wiesbaden.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Schützlinge von RSV-Cheftrainerin Janet McLachlan zwar zunächst schneller wieder auf Betriebstemperatur (47:27, 21.), doch die Hausherren aus der Landeshauptstadt ließen den gut agierenden Gast durch eine couragierte Leistung nicht weiter davonziehen. Lediglich ein 7:0-Zwischenspurt vom 57:39 (27.) auf 64:39 (29.) durch US-Boy Bell sollte nach der Pause das Ergebnis noch einmal kurzfristig nach oben treiben. Doch in Gefahr geriet der Erfolg des deutschen Rekordmeisters bis zur Schlusssirene dennoch nicht mehr, was auch ein Verdienst der sicheren und routinierten Spielführung von Paralympicssieger Michael Paye und Weltmeister Simon Brown geschuldet war. So konnten sich die Gäste am Ende über einen klaren Erfolg am Rhein ebenso freuen, wie die Rhinos über eine ansprechende Vorstellung gegen den Favoriten aus Wetzlar.

Auf Seiten des RSV Lahn-Dill gefiel im vierten Auswärtsspiel der Saison dabei auch erneut Nationalspieler Thomas Böhme, der mit 21 Punkten nur unwesentlich weniger Anteil an der guten, aber nicht überragenden Offensivleistung des RSV Lahn-Dill hatte, als sein Teamkollege Brian Bell. Dafür konnte vielfach die Defensive der Gäste überzeugen, die die Wiesbadener immer wieder zu schweren Würfen verleite. Mit einer Trefferquote von 45 Prozent bei den Hausherren und 54 Prozent beim weiterhin ungeschlagenen 13-fachen Titelträger, ging auch dieser Vergleich zugunsten des RSV Lahn-Dill aus.

Durch den Auftakt in der ersten Hauptrunde des DRS-Pokal am kommenden Wochenende in Bayreuth, kommt es erst am 16. November zum nächsten RBBL-Heimspiel für die Wetzlarer, die dann Kellerkind Roller Bulls Ostbelgien in der heimischen August-Bebel-Sporthalle empfangen.

Wiesbaden: Maurice Amacher (16), André Hopp (14), Gijs Even (8), Nicola Damiano (6), Matthias Güntner (6), Jim Palmer (6), Marvin Malsy (4), Patrick de Boer (2), Svenja Mayer.

Lahn-Dill: Brian Bell (23), Thomas Böhme (22/2 Dreier), Dominik Mosler (17), Michael Auprince (12), Michael Paye (8), Simon Brown (4), Annabel Breuer, Christopher Huber, Mark Beissert (n.e.), Marian Kind (n.e.), Peyman Mizan (n.e.), Kai Möller (n.e.).

Text: Andreas Joneck