RSV Lahn-Dill gastiert bei den RSB Thuringia Bulls

Veröffentlicht: 21.11.2019 RSV Lahn-Dill

RSV Lahn-Dill gastiert bei den RSB Thuringia Bulls

Foto: Armin Diekmann

Zum Abschluss der RBBL-Hinrunde wartet auf die beiden ungeschlagenen Platzhirsche im Rollstuhlbasketball, den RSV Lahn-Dill und die RSB Thuringia Bulls, das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen.

Beide Teams haben ihre bisherigen acht Spiele allesamt mehr oder der weniger klar gewonnen und liegen nur durch einen Wimpernschlag getrennt, mit großem Vorsprung vor der Konkurrenz auf den Plätzen eins und zwei der Bundesligatabelle. Am kommenden Samstag um 18 Uhr erwartet nun der Tabellenzweite und Titelverteidiger aus Elxleben den Tabellenführer und Rekordmeister aus Wetzlar zum ersten Kräftemessen der Spielzeit.

Mit jeweils 16:0 Punkten trennt die beiden Topteams lediglich eine marginale Korbdifferenz, die die Mittelhessen mit vier erzielten Punkten mehr und drei kassierten Punkten weniger vorne sieht. Im vierzigsten Pflichtspiel der beiden Kontrahenten gegeneinander, von denen der RSV bisher 20 gewann und 19 verlor, scheint also alles beim alten zu sein und dennoch sind die Vorzeichen dieses ersten Duells in der Saison 2019/2020 gänzlich andere.

Zum einen haben sich die Wetzlarer im Sommer runderneuert, fünf neue Spieler integriert und damit vor allem offensiv deutlich an Durchschlagskraft gewonnen. Dagegen scheint die Defensive des neuformierten Teams verständlicherweise noch nicht auf dem Niveau der Vorjahre zu sein, auch wenn hier von Partie zu Partie eine Steigerung klar erkennbar ist. Die Entwicklungskurve zeigt beim RSV Lahn-Dill daher klar noch oben.

Auf der Gegenseite hatte RSB-Coach Michael Engel vor allem mit dem langfristigen Ausfall von Weltmeisterin Jitske Visser zu kämpfen, der den amtierenden Meister in seinen Lineups deutlich einschränkte. Umso bemerkenswerter ist, dass sich die Thüringer dies zumindest von den Ergebnissen her nicht haben anmerken lassen. Die Niederländerin ist nach einer Operation im Sommer inzwischen zurück im Team, so dass sich beide Seiten am kommenden Samstag wahrscheinlich in Bestbesetzung gegenüberstehen können und der Gastgeber von seinem über Jahre eingespielten Team profitieren kann.

Natürlich kennen sich beide Seiten aus zahlreichen wichtigen Begegnungen der vergangenen Jahre in und auswendig, doch vor RBBL-Spieltag Nummer neun, weiß natürlich niemand, welche der beiden Seiten durch die neue Spielanlage des RSV Lahn-Dill seine vorhandenen Trümpfe besser in die Waagschale werfen kann. Somit fiebert eine ganze Sportszene dem Samstagabend in Elxleben entgegen, auch wenn weder Titel vergeben noch Vorentscheidungen im langen Kampf um die Meisterschaft fallen werden. Aber natürlich geht es um Emotionen, Ausrufezeichen und Duftnoten, die beide Seiten natürlich gerne setzen würden.

Auf Seiten der Thüringer muss Cheftrainerin Janet McLachlan auf die üblichen Verdächtigen achten. Center Aliaksandr Halouski mit 22,9 Punkten pro Spiel, der US-Amerikaner Jake Williams mit 17,0 Zählern sowie sein Landsmann Matt Scott (14,9) und Nationalspieler André Bienek (14,0) bilden das offensive Rückgrat und Prunkstück des Deutschen Meisters. Dieses mit einer starken und taktisch cleveren Verteidigung ihrer Stärken zu berauben, ist für den RSV Lahn-Dill Pflicht, will er im Gegenzug selbst seine eigenen Stärken in die Waagschale werfen und für einen Auswärtscoup sorgen.

Für das Quintett Michael Auprince (11,8 Punkte pro Spiel), Mark Beissert, Simon Brown, Peyman Mizan und Dominik Mosler (14,8) wird es das spannende erste Duell mit ihrem neuen Team gegen die Thüringer sein. Topscorer bei den Mittelhessen sind mit Thomas Böhme (19,9) und Brian Bell (19,0) dagegen altbekannte Gesichter. Viel dürfte im Duell mit den Ostdeutschen aber auch vom bisher sehr stabilen, schnellen und kreativen Spielaufbau durch die Weltmeister Simon Brown und Paralympicssieger Michael Paye (12,1) abhängen.

Text: Andreas Joneck