RSV Lahn-Dill gastiert am Samstag in Sachsen

Veröffentlicht: 22.01.2020 RSV Lahn-Dill

RSV Lahn-Dill gastiert am Samstag in Sachsen

Saison 2006/2007, v.l.: Michael Paye, Dirk Köhler, Rostislav Pohlmann, Richard Peter, Piotr Luszynski und Mateusz Filipski - Foto: Armin Diekmann

Eine Woche vor dem ersten Auftritt in der europäischen Champions League wartet am Wochenende in der Liga der RBBL-Klassiker gegen Zwickau auf den RSV Lahn-Dill.

Das Duell gegen den BSC Rollers aus der Robert-Schumann-Stadt in Sachsen ist dabei jedoch das letzte Aufeinandertreffen der beiden alten Herausforderer für längere Zeit. Aus finanziellen Gründen wird sich der zweimaliger Meister am Ende der Saison aus der Beletage der Sportart zurückziehen und dies unabhängig vom Ausgang der umkämpften Abstiegsfrage. Am Samstag um 16 Uhr in der Zwickauer Sporthalle Mosel kommt es daher zum 77. und vorerst letzten Pflichtspiel der beiden Traditionsvereine gegeneinander.

Beide Clubs haben sich in den vergangenen mehr als 21 Jahren gemeinsamer Ligazugehörigkeit so manches heiße Duell geliefert. In der Liga, im Pokal und auch auf dem internationalen Parkett. Legendär sind die beiden Pokalendspiele 2006 und 2008, als Joey Johnson & Co. zunächst in Bayreuth die Zwickauer beim 106:53 förmlich deklassierten, ehe die Sachsen zwei Jahre später mit Rostislav Pohlmanns Korberfolg in der Schlusssekunde der Verlängerung von Frankfurt am Main durch einen 83:82-Erfolg den zweiten Pokalsieg der Vereinsgeschichte bejubeln konnten.

Doch am Samstag sind die Vorzeichen gänzlich andere. Die BSC-Rollers stehen mit nur einem Erfolg aus dem November in Hamburg auf dem letzten Tabellenrang und damit dicht vor dem sportlichen Abstieg. Bereits Ende Oktober kassierten die Sachsen im Hinspiel eine deutliche 43:100-Klatsche in Wetzlar. Im Dezember dann der Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Zwickau und die aus der finanziellen Not geborenen Abgänge des Litauers Mazvydas Butkevicius und des Niederländers Mees Hessels. Letzterer trägt inzwischen das Trikot der Iguanas aus München. Und sollte dies nicht schon genug für die geschundene Seele des einstigen europäischen Topteams sein, musste der Verein in der Vorwoche auch noch einen seiner langjährigen Edelfans zu Grabe tragen. Gefangen in der Endlosschleife titelte die Freie Presse treffend.

Dagegen wirken die Sorgen von Cheftrainerin Janet McLachlan und ihres Co-Trainers Günther Mayer eher wie eine belanglose Nebensächlichkeit. Nationalspieler und Topscorer Thomas Böhme musste während der Woche im Mannschaftstraining krankheitsbedingt passen und auch einige seiner Teamkollegen laborieren weiterhin oder neu an dem ein oder anderen Wehwehchen. Eine wirkliche Nebensächlichkeit, dies wird sich auch Assistenztrainer Mayer denken, der am Samstag an seine langjährige Wirkungsstätte zurückkehrt, wo er viele Jahre als Spieler, später als Spielertrainer und in weiteren Rollen tätig war. Doch ungeachtet der dramatischen Begleitumstände in Zwickau, wird auch er am Samstagnachmittag nur ein Ziel vor Augen haben und dies sind zwei Pluspunkte an der Mulde.

Damit dies am Ende auch zum 60. Mal im 77. Aufeinandertreffen klappt, wollen die Mittelhessen, unabhängig von der Favoritenrolle, auch in Zwickau von Beginn an hoch konzentriert auftreten. Schließlich steht nur sechs Tage nach dem Zwickau-Spiel das schwere Duell gegen den spanischen Tabellendritten Bidaideak Bilbao BSR in der Champions League auf dem Programm des dreizehnfachen deutschen Meisters aus Wetzlar.

Text: Andreas Joneck