RSV Lahn-Dill dominiert Hessenderby gegen Rhinos klar

Veröffentlicht: 12.02.2020 Rhine River Rhinos Wiesbaden

RSV Lahn-Dill dominiert Hessenderby gegen Rhinos klar

Foto: Armin Diekmann

Der RSV Lahn-Dill hat auch das dritte Hessenderby der laufenden Spielzeit klar für sich entschieden und am Samstagabend die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden mit 78:37 für sich entschieden.

Zum Topscorer avancierte dabei der australische Center Michael Auprince, der nahtlos an seine Topleistung aus der Champions League anknüpfte und am Ende auf 23 Punkte und sieben Rebounds in knapp 20 Minuten Einsatzzeit kam.

„Michael hat seine gute Leistung aus Bilbao direkt mit in die RBBL gebracht“, freute sich Cheftrainerin Janet McLachlan über den Auftritt des Mannes aus „Down Under“, der mit einer bärenstarken Trefferquote von 91,7 Prozent aus der Nah- und Mitteldistanz zu glänzen wusste. „Wir haben eine mannschaftlich extrem geschlossene Leistung gezeigt, vor allem in der Defensive“, ergänzte die kanadische Trainerin, die zusammen mit Co-Trainer Günther Mayer in den letzten Wochen und Monaten ein immer besser harmonisierendes Team geformt hat.

So auch am Samstagabend in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle, in der es trotz zahlreicher Wechsel zu keiner Zeit zu einem Bruch im Spiel des Gastgebers kam, egal welche Formation auf dem Parkett stand. So war es Paralympicssieger Brian Bell, der mit rund 30 Minuten auch mit Abstand die meiste Einsatzzeit gegen die Rhinos erhielt, während Kapitän Michael Paye, Weltmeister Simon Brown oder aber Topscorer Thomas Böhme fast die Hälfte der Partie von der Bank aus ihren Kollegen Beifall klatschten.

Exakt 1:49 Minute lang führte der Gast aus der hessischen Landeshauptstadt im Wohnzimmer des RSV Lahn-Dill, ehe die Mittelhessen aus einem 2:4 (2.) durch die US-Boys Bell und Paye binnen 40 Sekunden ein 6:4 (3.) machten. Doch man merkte den zuletzt in der RBBL sehr stark aufspielenden Rhinos an, dass sie sich an diesem 16. Spieltag deutlich mehr vorgenommen hatten, als ihnen noch Mitte Dezember im Pokal-Viertelfinale an gleicher Stelle gelang. Sechs Punkte von Nationalspieler Matthias Güntner, je vier von seinem niederländischen Kollegen Gijs Even sowie dem Schweizer Maurice Amacher und Wiesbaden lag selbst 50 Sekunden vor dem Ende des ersten Spielviertels beim 16:14 noch auf Schlagdistanz.

Doch ein Dreier von Bell und die Einwechselung von Hüne Auprince brachten nun den Durchbruch im Spiel der Hausherren. Schnelle neun Punkte in Folge steuerte der im Sommer aus Alabama an die Lahn gewechselte Center zum 30:18 (15.) bei, ehe ein weiterer Dreier von Brian Bell kurz vor der Halbzeitsirene auf 37:22 (20.) in der Rhinos-Reuse einschlug. Vor allem die nun absolut sattelfest wirkende Defensive der Hausherren erstickte auch nach dem Seitenwechsel die offensiven Bemühungen des Tabellenvierten nahezu im Keim. Über 15 Minuten gelang den Kurstädtern, vom 43:26 (22.) bis hin zum 74:32 (37.) durch Patrick de Boer, viertelfübergreifend kein einziger Feldkorb mehr, während die RSV-Fans einen zwischenzeitlichen 29:3-Lauf ihrer Mannschaft bejubeln konnten.

Auch die statistischen Werte sprachen am Ende eine klare Sprache. Mit 42 zu 28 erarbeitete sich der RSV eine klare Rebound-Überlegenheit, ließ dabei nur acht Punkte des Gegners durch zweite Chancen zu und zeigte mit 25 Assists einen sehr teamorientierten Auftritt. Für den Gast aus Wiesbaden ist diese Niederlage im Hessenderby jedoch kein Beinbruch, rangiert die Mannschaft von Trainer Sven Eckhardt doch weiterhin auf dem fünften Tabellenplatz mit klarer Richtung Playoff-Viertelfinale. Für den RSV Lahn-Dill geht es am kommenden Wochenende nun erneut über die Landesgrenzen hinweg in die belgischen Ardennen, wo am Samstagabend Kellerkind Roller Bulls Ostbelgien auf die Truppe um Kapitän Michael Paye wartet.

Lahn-Dill: Michael Auprince (23), Brian Bell (22/2 Dreier), Thomas Böhme (10/1), Michael Paye (9/1), Dominik Mosler (8), Kai Möller (3), Mark Beissert (2), Simon Brown (1), Annabel Breuer, Christopher Huber, Peyman Mizan.

Wiesbaden: Matthias Güntner (8), Gijs Even (7), Patrick de Boer (6), James Palmer (6), Maurice Amacher (5), André Hopp (3), Nicola Damiano (2), Marvin Malsy, Svenja Mayer.

Text: Andreas Joneck