Dramatischer Auftakt in die Playoff-Finalserie

Veröffentlicht: 09.05.2021 RSV Lahn-Dill

Dramatischer Auftakt in die Playoff-Finalserie

Foto: Armin Diekmann

Das Rennen um die Deutsche Meisterschaft im Rollstuhlbasketball hat bereits zum Auftakt der „best-of-three“ Playoff-Finalserie alles gehalten, was es im Vorfeld versprochen hat.

In einem hoch dramatischen Spiel Nummer eins musste am Samstagabend in Elxleben sogar die Verlängerung entscheiden und in dieser setzte sich Gastgeber RSB Thuringia Bulls am Ende mit 85:79 nV. (18:25/37:36/53:52/70:70) gegen den RSV Lahn-Dill durch.

Damit stehen die Mittelhessen vor Duell Nummer zwei am kommenden Wochenende bereits unter deutlichem Druck. Um weiterhin eine Chance auf den Titel zu haben, müssen sie ihr Heimspiel am kommenden Samstag um 19:30 Uhr in der Rittal Arena Wetzlar zwingend gewinnen, um Ihr Glück in einem dritten und dann alles entscheidenden Duell am Sonntag an gleicher Stätte suchen zu können.

Die Partie beim Titelverteidiger in Elxleben war an Dramatik kaum zu überbieten. Sie war geprägt von hohem Tempo, überragenden Einzelakteuren und vom 17-maligem Wechsel der Führung während der 45 Spielminuten. Die Matchwinner waren auf Seiten der Thuringia Bulls eindeutig die beiden Center Aliaksandr Halouski und Vhaid Gholomazad. Erstgenannter spielte die Partie mit vier Fouls zu Ende und war mit 30 Punkten, bei einer fantastischen Trefferquote von knapp 85 Prozent, 13 Rebounds und acht Assists der Spieler schlechthin im Trikot des Gastgebers. Ihm zur Seite stand der Iraner Gholomazad, der mit 14 Punkten und 17 Rebounds ebenfalls auf ein so genanntes „Double-double“ in der Spielstatistik kam.

Ihre Pendants auf Seiten der Mittelhessen waren Thomas Böhme mit ebenfalls 30 Punkten und zehn Assists sowie US-Center Brian Bell, der am Ende auf 25 Punkte und neun Rebounds kam. Zwei Werte, die ausordentlich waren und dennoch nicht für den Erfolg ihrer Farben reichten. „Thüringen hat heute ein nahezu perfektes Spiel abgeliefert, uns gelang es jedoch nur zehn Spielminuten unseren Matchplan umzusetzen und dieses Quäntchen waren wir heute einfach schlechter“, so eine enttäuschte Cheftrainerin Janet Zeltinger nach der Schlusssirene.

Zeltinger bezog sich dabei auf den Start in die Partie, als die Wetzlarer nach einem 2:5 (2.) die Partie in den Griff zu bekommen schienen. Bell, Simon Brown und der spätere Topscorer Böhme sorgten in der Folge für das 12:7 (6.) und 15:9 (7.). Dieses Zwischenergebnis konnte der eingewechselte Australier Michael Auprince sogar auf 25:16 (10.) ausbauen, der höchsten RSV-Führung im gesamten Verlauf der Begegnung. Doch Thüringen ließ sich nicht abschütteln und schlug im zweiten Spielviertel direkt zurück. Ian Pierson war es, der so bereits in der 15. Minute die eigene 29:27-Führung erzielte.

Nun entwickelte sich ein Playoff-Duell Nummer eins auf des Messers Schneide mit wechselnden Führungen und Zwischenständen, bei denen sich keiner der beiden Kontrahenten absetzen konnte. Erst in der Schlussphase schien das Pendel zugunsten des frisch gebackenen Champions Cup Siegers aus Wetzlar auszuschlagen, als Böhme und Auprince mit zwölf Punkten aus einem 54:55 (31.) eine 68:62-Führung (37.) machen konnten.

Doch auch dieser Vorsprung sollte dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit nicht ausreichen, das Parkett als Sieger zu verlassen. Es ging in die Verlängerung, in der die Thuringia Bulls das bessere Ende für sich verzeichnen konnten und nun mit 1:0 in der Playoff-Serie in Front liegen.

Text: Andreas Joneck